Esslingen (AZ) - Nachdem ein älteres Ehepaar beim Sturz ihres Autos aus einem Parkhaus im baden-württembergischen Esslingen ums Leben gekommen ist, hat die Verwaltung das Gebäude am Donnerstagnachmittag geschlossen. Ein Gutachten soll die Sicherheit des Gebäudes klären.
Die Ermittler gehen weiterhin von einem Unfall aus. Bisher spreche nichts für einen Selbstmord. Ein 60 Jahre alter Mann hatte den Wagen nach Angaben der Polizei gelenkt, seine 58-jährige Frau saß auf dem Beifahrersitz. Die Identifizierung der Opfer sei aber noch nicht abgeschlossen, hieß es. Vermutlich habe der Fahrer Gas und Bremse verwechselt.
Dem SWRzufolge spielte sich der Unfall so ab: Das Ehepaar fuhr mit seinem Auto über eine Rampe in den dritten Stock des Parkhauses und in eine freie Parkplatzlücke hinein. Mit einer Geschwindigkeit von höchstens 20 Stundenkilometern, so zitiert der Medienbericht einen Polizeisprecher, stieß das Fahrzeug gegen einen 20 Zentimeter hohen Sicherheitsbetonsockel.
Das Fahrzeug wurde dabei leicht angehoben und prallte gegen die einen halben Meter hohe Betonaußenwand und die darüber verlaufende Metallabsperrung. Beide Sperren gaben nach und stürzten zehn Meter in die Tiefe. Das Auto schob sich bis zur Mitte über die entstandene Kante und kippte dann nach unten, so der SWR. Bei dem anschließenden Aufprall wurde das Ehepaar zerquetscht.
Im selben Parkhaus hatte zehn Tage zuvor ein Rentner mit seinem Fahrzeug eine Außenwand durchbrochen und vier Fahrzeuge beschädigt. Ein von der Stadt Esslingen bestellter Gutachter untersuchte dem SWR zufolge daraufhin die Sicherheit des Gebäudes und stellte Mängel fest.
Ein abschließender Bericht steht noch aus - solange soll das Parkhaus geschlossen bleiben. Der Betreiber kündigte an, die Sicherheitslücken bis Ende Januar zu beheben.