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Fall Lena: Mord in Emden: Verdächtiger auch wegen Kinderpornos im Visier

Fall Lena

Mord in Emden: Verdächtiger auch wegen Kinderpornos im Visier

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    Nach dem Mord in Emden laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.
    Nach dem Mord in Emden laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Foto: dpa

    Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Hannover bestätigte am Dienstag einen entsprechenden NDR-Bericht. Das Verfahren sei im Dezember 2011 ins Rollen gekommen. Nach Medienberichten hatte der Lebensgefährte der Mutter den Tatverdächtigen angezeigt, weil der 18-Jährige kinderpornografische Fotos auf seinem Computer habe.  Die Behörden hätten jedoch nicht reagiert. Am späten Nachmittag wollte sich die Polizeidirektion Osnabrück zu dem Fall äußern.

    Am vergangenen Wochenende hatte der 18-Jährige die Tötung der elfjährigen Lena gestanden. Er sitzt wegen Mordes in Untersuchungshaft und schweigt nach den ersten Vernehmungen.

    Durchsuchung bei Tatverdächtigem im Mordfall Lena beantragt

    Der Mord an der elfjährigen Lena in Emden

    Samstag (24. März), gegen 17.00 Uhr: Lena und ein gleichaltriger Freund brechen zu Hause mit ihren Fahrrädern auf. Sie wollen Enten füttern in den Emder Wallanlagen.

    Samstag, 17.30 bis 19.00 Uhr: Die Kinder halten sich im Bereich des Parkhauses neben einem Kino auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Junge während des Verbrechens nicht dabei war. Er läuft nach Hause und informiert seine Mutter, dass er seine Freundin verloren hat. Diese verständigt die Eltern des Mädchens. Bei der Suche im Parkhaus entdeckt ein Wachmann die Leiche.

    Samstag, 19.30 Uhr: Die Polizei wird alarmiert und untersucht den Tatort. Das tote Mädchen wird zur Obduktion in die Gerichtsmedizin nach Oldenburg gebracht. Die Polizeiinspektion Leer/Emden richtet die Mordkommission «Parkhaus» mit 40 Beamten ein.

    Sonntag, 17.46 Uhr: Die Polizei verbreitet eine erste Pressemitteilung über das Verbrechen.

    Montag, 18.00 Uhr: 1500 überwiegend junge Menschen treffen sich nach Aufrufen im Internet auf dem Emder Bahnhofsvorplatz zu einer Schweigeminute. Anschließend legen sie Blumen vor dem Parkhaus nieder und zünden Kerzen an.

    Dienstag, gegen 19.00 Uhr: Die Polizei nimmt einen 17 Jahre alten Emder in der Wohnung seines Vaters fest. Noch am selben Abend wird er vernommen - der junge Mann legt kein Geständnis ab.

    Mittwoch, gegen 18.45 Uhr: Das Amtsgericht Emden erlässt Haftbefehl gegen den Berufsschüler.

    Donnerstag, 12.00 Uhr: Die Ermittler informieren auf einer Pressekonferenz über den bisherigen Ermittlungsstand.

    Freitag: Der 17-Jährige ist entlastet und wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben der Ermittler kann er als Täter ausgeschlossen werden.

    Freitag: Lena wird im engsten Familienkreis auf dem Emder Stadtfriedhof beerdigt.

    Samstag (31. März): Polizei und Staatsanwaltschaft geben bekannt, dass sie einen 18-jährigen Tatverdächtigen festgenommen haben. Am Tatort gesicherte DNA-Spuren hätten den Verdacht gegen den Mann erhärtet, so die Behörden.

    Die Staatsanwaltschaft Hannover hat nach der Anzeige gegen den jungen Mann einen Durchsuchungsbeschluss beantragt, der auch genehmigt wurde. Die Akten seien daraufhin zur Polizei in Ostfriesland geschickt worden und lägen in Hannover nicht mehr vor, sagte die Sprecherin. Angesichts der Zahl der Fälle sei diese Verfahrensdauer nicht ungewöhnlich. Die  Staatsanwaltschaft Hannover sei für Kinderpornografie in ganz Niedersachsen zuständig und habe Ende 2011 knapp 1900 Fälle bearbeitet.

    Der Deutsche Presserat hat angesichts der Berichterstattung über den Mord an der elfjährigen Lena in Emden an die Verantwortung der Medien appelliert. Zeitungen oder Funk und Fernsehen dürften auf keinen Fall in einen Wettbewerb mit dem Internet treten und dabei den Schutz von Persönlichkeitsrechten preisgeben, sagte die Sprecherin des Selbstkontrollgremiums der deutschen Presse, Ursula Ernst, am Dienstag dem epd. AZ,dpa

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