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Film: Leonardo DiCaprio über "The Revenant": "Härteste Rolle von allen"

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Leonardo DiCaprio über "The Revenant": "Härteste Rolle von allen"

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    Leonardo DiCaprio musste bei den Dreharbeiten zu "The Revenant - Der Rückkehrer" einiges einstecken.
    Leonardo DiCaprio musste bei den Dreharbeiten zu "The Revenant - Der Rückkehrer" einiges einstecken. Foto: 20th Century Fox/dpa

    Mr. DiCaprio, woher kommt Ihr Hang zu diesen düsteren, anstrengenden Rollen, die Sie in letzter Zeit spielen?

    Wenn ich das wüsste. Es würde mich nicht wundern, wenn sich das alles auf meine deutsche Großmutter zurückführen ließe. Die war in ihrem Leben immer richtig hart im nehmen. Aber wissen Sie was? Mit meinen früheren Rollen würde ich „The Revenant“ wirklich nicht vergleichen. Einige von denen waren hart. Aber das hier war die härteste von allen.

    Wussten Sie denn, worauf Sie sich einlassen?

    Na ja, mir war schon klar, dass Alejandro González Iñárritu, der Regisseur, aus der Sache kein Kinderspiel machen würde. Wenn es bei ihm um Natur geht, dann ist auch klar, dass man als Schauspieler wirklich raus in die Natur muss statt gemütlich im Studio zu bleiben. Ich wusste also, dass ich mich den Elementen aussetzen muss. Aber was mich dann erwartete, war doch nochmal um einiges schwieriger als das, was ich mir ausgemalt hatte.

    Wo genau lagen denn bei diesen Dreharbeiten die Schwierigkeiten?

    Zum einen dauerten sie ewig. Zwei Monate verbrachten wir allein damit, alle Szenen durchzuplanen und zu proben. Außerdem wollte Alejandro nur mit natürlichem Licht drehen – und die idealen Bedingungen gab es jeden Tag nur für ungefähr zwei Stunden. Manchmal fühlte ich mich wie beim absurden Theater: von früh bis spät waren alle mit Vorbereitungen und Proben beschäftigt, nur um dann in diesem kleinen Zeitfenster eine einzige perfekte Aufnahme hinzubekommen.

    So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ganz zu schweigen davon, dass wir meistens fernab jeglicher Zivilisation gedreht haben, weswegen immer erst einmal die gesamte Ausrüstung durch Wald und Wiesen transportiert werden musste.

    Und dazu kam das Wetter, oder?

    Das war auf jeden Fall das schwierigste. Manchmal war es so kalt, dass die Kameras nicht funktionierten. Aber die Dreharbeiten dauerten so lange, dass irgendwann der Frühling kam. Es war in Kanada das wärmste Jahr seit die Wetteraufzeichnungen begannen, also fing plötzlich der Schnee an zu schmelzen. Für einige Szenen mussten wir deswegen den kompletten Dreh irgendwann ans andere Ende der Welt verlegen und im verschneiten Süden von Argentinien zu Ende drehen.

    Leonardo DiCaprio: Für "The Revenant" durchgehend gefroren

    Kann man sich überhaupt noch aufs Spielen konzentrieren, wenn man so fürchterlich friert?

    Ich glaube, es gab wirklich keinen einzigen Tag, an dem ich nicht gefroren habe. Und nirgends schlimmer als an den Händen. Aber genau das sollte ja am Ende auch auf der Leinwand zu sehen sein, schließlich ging es meiner Figur nicht anders. Überhaupt ist das meiste, was der Zuschauer zu sehen bekommt, auch so beim Dreh passiert.

    Die einzige Ausnahme sind ein paar computergenerierte Effekte wenn es um die Tiere ging. Szenen wie die, in der mich der Bär angreift, hätte man natürlich nicht anders drehen können. Alles andere ist aber wirklich echt. Für mich ist der Film deswegen beinahe reinster Neo-Realismus, von meinen durchnässten Klamotten bis hin zum zotteligen Bart in meinem Gesicht.

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