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Flugzeug über Atlantik verschwunden: 228 Menschen - für immer verschollen?

Flugzeug über Atlantik verschwunden

228 Menschen - für immer verschollen?

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    ARCHIV: Ein Passagierflugzeug der franzoesischen Fluggesellschaft Air France startet vom Flughafen in Hamburg-Fuhlsbuettel (Foto vom 16.09.03). Ein franzoesisches Verkehrsflugzeug mit 228 Menschen an Bord ist am Montag (01.06.09) auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris ueber dem Atlantik laut Medienberichten verschwunden. Foto: Joern Pollex/ddp
    ARCHIV: Ein Passagierflugzeug der franzoesischen Fluggesellschaft Air France startet vom Flughafen in Hamburg-Fuhlsbuettel (Foto vom 16.09.03). Ein franzoesisches Verkehrsflugzeug mit 228 Menschen an Bord ist am Montag (01.06.09) auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris ueber dem Atlantik laut Medienberichten verschwunden. Foto: Joern Pollex/ddp Foto: sb

    Paris (AZ). Ein Airbus der Air France ist auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris vermutlich über dem Atlantik abgestürzt. Dann werden vielleicht weder die Maschine noch die 228 Menschen an Bord, darunter wohl 26 Deutsche, je gefunden. Die Fluggesellschaft hat jede Hoffnung auf Überlebende aufgegeben.

    Die Airbus A330-200 der Air France verschwand auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris schlagartig von den Radarschirmen. "Wir stehen zweifellos vor einer Luftfahrtkatastrophe", sagte der Chef der Fluggesellschaft Air France, Pierre-Henri Gourgeon. Die Maschine habe automatisch den Ausfall mehrerer Funktionen gemeldet, nachdem sie in ein Unwetter geflogen sei.

    An Bord des über dem Atlantik vermissten Air-France-Flugzeuges waren 26 Deutsche. Das teilte die Fluggesellschaft am Montagabend in Paris mit. Neun Menschen der über dem Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine wollten nach einem Zeitungsbericht nach München reisen. Den Bericht der "tz" (Dienstag) konnte ein Flughafensprecher allerdings nicht bestätigen. Die ARD berichtete, unter den Deutschen an Bord sei eine fünfköpfige Familie aus Stuttgart. Am Berliner Flughafen Tegel hat am Montag ein Angehöriger auf einen Passagier gewartet, der an Bord der vermissten Air-France-Maschine gewesen sein soll.

    Die Unglücksursache ist noch immer nicht geklärt. Während Air France die These eines Blitzschlages bevorzugte, schlossen Experten auch einen Terroranschlag nicht völlig aus. Blitzeinschläge in Flugzeuge gibt es häufig. Sie richten in der Regel keine großen Schäden an. Ein totaler Stromausfall nach Blitztreffern könnte nach Angaben der Pilotenvereinigungen aber erklären, warum die sehr erfahrenen Piloten kein Notsignal gaben.

    "Wir verstehen nicht, was passiert ist", sagte Verkehrs- Staatssekretär Dominique Bussereau. "Die Hypothese einer Entführung scheint ausgeschlossen, denn die Maschine hätte irgendwo landen müssen. Wir müssen leider mit dem Schlimmsten rechnen." Dagegen erklärte die Pilotengesellschaft SMPM: "Wir behalten ein Fünkchen Hoffnung." Wenn es einen Triebwerkschaden oder ein Feuer an Bord gab, habe das Flugzeug vielleicht wassern können. Dann hätten die Insassen in Rettungsinseln gehen können. An Bord des FLuges AF 447 waren nach Air-France-Angaben 216 Passagiere und 12 Crew-Mitglieder.

    Am wahrscheinlichsten sei die Hypothese einer "Zerstörung im Flug", sagte der Luftfahrt-Gerichtsexperte Francois Granquier. Wenn die Maschine mitten in den Atlantik gestürzt sei, werde man sie kaum wiederfinden. Die Mittel dazu seien sehr begrenzt. Die Flugschreiber geben nach einem Absturz Signale ab, die es ermöglichen sie aufzuspüren. Allerdings hängt das von der Wassertiefe ab.

    Der Airbus war wie geplant um Mitternacht in Rio de Janeiro gestartet. Um 03.30 Uhr gab es den letzten Kontakt mit der brasilianischen Flugkontrolle. Dann flog die Maschine vermutlich in einen Sturm. Gegen 04.15 Uhr kam das automatische Signal des teilweisen Funktionsausfalls und Air France alarmierte die brasilianischen und afrikanischen Luftfahrtämter. Dann verschwand die Maschine von den Radarschirmen.

    Die brasilianischen Streitkräfte suchten am Montag nahe der Insel Fernando de Noronha 360 km vor der Küste nach der Maschine. Ein französisches Aufklärungsflugzeug nahm von Senegal aus die Suche nach dem Wrack vor der afrikanischen Küste auf. "Man muss vor Afrika suchen", erklärte der Ex-Pilot Michel Chevalet, der das Luftfahrtmuseum Le Bourget leitet.

    Die Bundesregierung hatte zunächst keine Hinweise auf deutsche Passagiere an Bord. Auf dem Pariser Flughafen wurde die Maschine auch Stunden nach ihrer geplanten Ankunftszeit von 11.10 Uhr nur als "verspätet" angezeigt. Die Flughafengesellschaft ADP richtete einen Krisenstab ein. Ein Raum wurde eingerichtet, um die Angehörigen der Flugzeuginsassen zu empfangen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärte seine "sehr große Besorgnis".

    Für Angehörige und Freunde von Fluggästen, die in der verschwundenen Airbus-Maschine saßen, hat die Fluggesellschaft Air France eine telefonische Hotline geschaltet unter 0033 157021055.

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