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"Level X"

11.06.2017

Handlung und Kritik: Das erwartet Sie heute im Dresden-Tatort

Szene aus dem Tatort "Level X": die Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Heni Sieland (re, Alwara Höfels) im Fußballstadion.
Bild: Gordon Muehle, MDR

Zur ARD-Themenwoche versucht es Dresden mit einem ambitionierten Tatort-Experiment in der Internet-Szene, was aber nicht so richtig klappen will. Was Sie bei "Level X" erwartet.

"Level X" heißt der neue Tatort aus Dresden, der heute (20.15 Uhr, hier geht's zum Trailer) im Ersten läuft. Hier erfahren Sie, worum es geht, was bei den Kommissaren läuft - und, ob sich das Einschalten lohnt.

Handlung: Darum geht es beim Tatort aus Dresden heute

Mit einer Million Followern ist Simson (Merlin Rose) ein Star der "Prankster"-Szene. Der 17-Jährige spielt anderen Menschen Streiche, filmt sich dabei und überträgt es live im Internet. Und Robin Kahle - so sein eigentlicher Name - ist damit sehr erfolgreich: Neben Ruhm und Bekanntheit bringt ihm sein "Job" ordentliches Geld ein. Doch als sich der Jugendliche bei einem Dreh mit einer Rockergruppe einlässt, endet der "Scherz" böse: Simons wird von einem Unbekannten erschossen. Doch obwohl viele Menschen die Tat vor Ort und live im Internet verfolgen, gibt es keine verlässliche Täterbeschreibung.

Ermittlerin Heni Sieland (Alwara Höfels) betrachtet den toten Simsons (Merlin Rose).
Bild: Gordon Muehle, MDR

Die beiden Dresdner Kommissarinnen Henni Sieland und Karin Gorniak tauchen bei ihren Ermittlungen tief in die Welt der Internetstars ein und müssen dabei feststellen, dass sie nicht viel über die glühend verehrten Teenager-Idole und die Geschäftsstrukturen dahinter wissen. Neben geldgierigen Managern stoßen sie auf den gewissenlosen "Prankster" Scoopy (Wilson Gonzales Ochsenknecht), die hübsche Emilia (Caroline Hartig) und einen Notarzt, dessen illegalen Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten Simson filmte. Hat er ihn erpresst, wollte er aus der Szene aussteigen, ist er gar selbst ein  Straftäter? Der Kreis der Verdächtigen wächst - Gorniak, Sieland und ihr Chef aber blicken lange nicht durch.

Kritik: Lohnt es sich, bei "Level X" einzuschalten?

Nah an den Themen dran sein, die die Gesellschaft umtreiben, ist Prinzip beim Tatort. Der MDR zielt mit „Level X“ offenbar vor allem auf jugendliche Zuschauer. Denn das Publikum jenseits der 50 wird mit dem Begriff „Prankster“ nicht unbedingt vertraut sein und möglicherweise aufs gemütliche ZDF umschalten. Sie versäumen ein kleines filmisches Experiment, das aber nicht so recht gelungen ist.

Die Idee, eine simple Tätersuche – ganz klassischer, sauber gefilmter Krimi – zu kombinieren mit der Dynamik der Online-Bilder, ergibt eine fürs Sonntagabendfernsehen recht ungewöhnliche, wenngleich etwas holprige Ästhetik. Und die Erkenntnis, dass aktuell-interaktives Live-Fernsehen am besten online zuhause ist.

Emilia wird von Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) und den Ermittlerinnen Heni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) befragt.
Bild: Gordon Muehle, MDR

Zudem packt das Drehbuch leider auch zu viele Klischees und Tatverdächtige in „Level X“. So wird schnell klar, dass meist nichts dahintersteckt. Im dritten Dresdner Fall, überrascht übrigens ein wenig der analoge Blick auf die barocke Altstadt mit ihren berühmten Gebäuden. Normalerweise sieht man ja im Tatort immer die Schattenseiten einer Stadt.

Aufgefallen: Gibt es etwas Besonderes im Tatort heute?

Der Tatort heute ist Teil der diesjährigen ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?", die vom 11. bis 17. Juni geht. Die Aktion will laut Sender den Blick auf die vielen Gesichter des Glaubens lenken, fragt, ob und wenn ja wie die Kraft des Glaubens helfen kann, die Herausforderungen einer rasant veränderten Gesellschaft zu meistern. "Level X" greift zudem noch einen weiteren, ganz pragmatischen Aspekt des Begriffs auf, nämlich den der "Glaubhaftigkeit": Was sehen wir da eigentlich im Netz, ist das Wahrheit - oder doch alles nur Show?

Pressestimmen und Quote: Wie war die Resonanz auf den letzten Tatort?

Szene aus dem Berliner Tatort "Amour fou": Robert Karow (Mark Waschke) und Nina Rubin (Meret Becker) verfolgen einen Verdächtigen.
Bild: Arnim Thomaß, rbb

Auch wenn es ausnahmsweise ein Montag war: Der Tatort dominierte trotzdem den Fernsehabend am letzten Tag des Pfingstwochenendes. "Amour fou" in dem es um den Mord an einem homosexuellen Gesamtschullehrer ging, interessierte 7,90 Millionen Zuschauer. Im Vergleich ist das eine eher schwächere Quote für einen Tatort, was sich aber mit dem Wochentag erklären lässt. Das Urteil der Kritiker fiel - wie so oft - geteilt aus: Es gibt Lob für die unkonventionelle Geschichte, aber auch Kritik am oftmals mangelndem Tempo des Krimis (zu den Pressestimmen ).

 

Sendetermine: Das sind die kommenden Tatort-Folgen am Sonntag

18. Juni: "Tatort: Borowski und das Fest des Nordens" (Wdh., Kiel)

25. Juni: "Tatort: Der Himmel ist ein Platz auf Erden" (Wdh., Franken)

2. Juli: "Polizeiruf 110: Kreise" (München)

9. Juli: "Tatort: Dicker als Wasser" (Wdh., Köln)

16. Juli: "Tatort: Krumme Hunde" (Wdh., Münster)

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