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Historiker und Zeitzeuge: Russlandexperte Wolfgang Leonhard ist tot

Historiker und Zeitzeuge

Russlandexperte Wolfgang Leonhard ist tot

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    Der Historiker, Kommunismusexperte und Publizist Wolfgang Leonhard ist tot.
    Der Historiker, Kommunismusexperte und Publizist Wolfgang Leonhard ist tot. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv (dpa)

    Wolfgang Leonhard ist in Wien geboren worden, in Moskau aufgewachsen und in der Eifel gestorben. Der Historiker und Zeitzeuge unterlag am Sonntagmorgen in einem Krankenhaus in Daun seiner schweren Krankheit, wie seine Frau Elke Leonhard berichtete. Er wurde 93 Jahre alt.

    Es sei ein langer Kampf gewesen, erklärte Elke Leonhard. Ihr Mann habe seine Krankheit "stoisch ertragen", monatelang. Nach seinem Tod soll es nun eine Gedenkfeier geben, an der auch Kollegen und ehemalige Studenten teilnehmen können. Denn Wolfgang Leonhard hatte an der Eliteuniversität Yale 21 Jahre lang über den Kommunismus und die Sowjetunion gelehrt.

    Wolfgang Leonhard: Vom Kommunist zum Kritiker

    Bis 1987 war Wolfgang Leonhard Professor in Yale. Doch auch danach war er bis ins hohe Alter sehr gefragt, nicht nur als Sowjetexperte, sondern auch als wichtiger Zeitzeuge. Zuletzt lebte er in Manderscheid in der Eifel, umgeben von mehr als 6000 Büchern über UdSSR und DDR.

    1935 war Leonhard mit seiner Mutter, die von Kommunismus begeistert war, in die UdSSR geflohen. Dort wurde er später zum Führungskader ausgebildet. 1945 kehrte er als Mitglied der "Gruppe Ulbricht" nach Deutschland zurück und bereitete die Gründung der DDR mit vor. In der sowjetischen Besatzungszone wurde er immer mehr zum Gegner Stalins. 1949 floh er über Jugoslawien in die Bundesrepublik. 1955 schrieb er den Bestseller "Die Revolution entlässt ihre Kinder". dpa/sh

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