Nach der Gruppenvergewaltigung einer Touristin aus der Schweiz in Indien sind sechs Verdächtige einem Richter vorgeführt worden. Das Gericht im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh ordnete für alle jungen Männer am Montag eine Untersuchungshaft von einem Tag für weitere Verhöre an. Fünf der Beschuldigten hatte die Polizei am Abend des Sontnags mit verhüllten Gesichtern im TV präsentiert.
Verdächtige nach Gruppenvergewaltigung in Indien Richter vorgeführt
Von den sechs Verdächtigen werden laut Polizei vier der Vergewaltigung beschuldigt, die anderen beiden seien nach Angaben des Opfers lediglich bei der Tat anwesend gewesen. Alle sechs Männer müssen sich wegen Raubes verantworten. Sie hatten der 39-jährigen Schweizerin und ihrem 30-jährigen Mann nach Angaben der Polizei einen Laptop, ein Handy und 10.000 Rupien (142 Euro) geraubt.
Die Schweizer Touristin wurde nach Ermittlerangaben in der Nacht zum Samstag von mehreren Männern vergewaltigt. Ihr von den Tätern gefesselter Ehemann musste die Tat mitansehen. Die beiden Schweizer waren per Fahrrad auf dem Weg nach Agra, wo sich das berühmte Taj Mahal befindet.
Weitere Verhöre nach Überfall auf Schweizer Touristin
Die Tat ereignete sich in einem abgelegenen Dorf rund 70 Kilometer von der nächsten Stadt, Gwalior, entfernt. Dort hatten die beiden Schweizer auf ihrer Radtour Rast gemacht und ihr Zelt für die Nacht aufgestellt. Nach der Tat reiste das Paar nach Neu Delhi. Die Schweizer Botschaft erklärte am Montag, das Paar habe sich bereiterklärt, vollständig mit den Ermittlern zu kooperieren und vorläufig im Land zu bleiben.
Indien: Verdächtige im Fernsehen gezeigt
Fünf Kleinbauern um die 20 Jahre wurden der Polizei zufolge in Madhya Pradesh festgenommen. Die Polizei führte sie am späten Sonntagabend im Fernsehen vor, ihre Gesichter waren mit schwarzem Stoff verhüllt. Ein sechster 19-jähriger Verdächtiger wurde im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh gefasst und ebenfalls nach Datia gebracht. Alle Beschuldigten hätten ihre Beteiligung an dem Überfall gestanden, teilte die Polizei mit. Die Nachrichtenagentur Press Trust of India berichtete, mindestens einer der Angreifer sei mit einem Gewehr bewaffnet gewesen.
Schweizer Außenministerium: Warnung vor zunehmender sexueller Gewalt in Indien
Indiens Tourismusminister K. Chiranjeevi erklärte, er sei beunruhigt über das "abscheuliche" Verbrechen gegen die Schweizerin. Zugleich rief er Touristen auf, vorsichtiger zu sein. Zuvor hatte der Innenminister von Madhya Pradesh, Uma Shankar Gupta, der Schweizerin indirekt eine Mitschuld an der Vergewaltigung zugewiesen: Er kritisierte, dass manche ausländische Touristen nicht wie vorgesehen die örtliche Polizei über ihren Aufenthalt informierten.
Das Schweizer Außenministerium hatte im vergangenen Monat in einem Reisehinweis vor zunehmender sexueller Gewalt in Indien gewarnt und Schweizer Touristen geraten, nur in großen Gruppen und mit örtlichen Führern zu reisen. Das Auswärtige Amt in Berlin ergänzte am Montag seine Reisehinweise für Indien. Der Hinweis, dass Reisende, insbesondere Frauen, sich in Indien "stets von Vorsicht leiten lassen" sollten, wurde durch den Einschub "insbesondere vor dem Hintergrund zuletzt vermehrt berichteter sexueller Übergriffe" erweitert.
Indien - die größte Demokratie der Welt
Indien wird von 28 Bundesstaaten gebildet.
Die Staatsform Indiens ist die Parlamentarische Bundesrepublik.
Hauptstadt Indiens ist Neu-Dehli mit 18 Millionen Einwohnern. Größte Stadt ist Mumbai (Bombay) mit mehr als 21 Millionen Einwohnern. Weitere große Städte: Kalkutta, Madras und Bangalore.
Indien grenzt an Pakistan, Tibet, Nepal, Myanmar (Birma), Bangladesch, Bhutan. Im Indischen Ozean grenzt das Land an die Malediven und Sri Lanka.
Indien ist mit mehr als 1,2 Milliarden Einwohnern das zweitgrößte Land der Welt.
Amtssprachen sind Hindi und Englisch.
Der Wahlspruch der Inder ist "Allein die Wahrheit siegt".
Das Kfz-Zeichen der Inder ist IND, die Internet-TLD .in und die Telefonvorwahl die +91.
Die Nationalhymne der Inder heißt Jana Gana Mana.
Der bekannteste Inder ist wohl Mahatma Gandhi.
Gruppenvergewaltigung im Dezember sorgte weltweit für Empörung
Im Dezember hatte die brutale Gruppenvergewaltigung einer 23-jährige indischen Studentin in einem Bus in Neu Delhi weltweit für Empörung gesorgt. Sie wurde mit einer Eisenstange gequält und schließlich aus dem fahrenden Bus geworfen. Tage später starb sie an ihren schweren Verletzungen. afp/AZ