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Inzestdrama in Amstetten: Der Weg ins normale Lebenist noch weit

Inzestdrama in Amstetten

Der Weg ins normale Lebenist noch weit

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    Inzesttäter Josef Fritzl.
    Inzesttäter Josef Fritzl.

    Von Mariele Schulze Berndt Wien - Noch immer wirft der erschütternde Inzestfall im niederösterreichischen Amstetten viele Fragen auf. Justiz und Opfer bemühen sich seit drei Monaten darum, Klarheit über die Taten Josef Fritzls zu bekommen. Das Hauptopfer des 73-Jährigen, die Tochter Elisabeth Fritzl, war 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden.

    Dort hatte sie sieben Kinder von ihrem Vater bekommen. Elisabeth (42) sagte zuletzt mehrere Tage lang an einem geheimen Ort vor dem Haftrichter aus. Der Anwalt Josef Fritzls durfte eine Videoübertragung der Aussage verfolgen und Fragen stellen.

    Der Prozess soll im November weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Fraglich ist zurzeit noch, ob auch die größeren Kinder eine Aussage gegen Josef Fritzl machen werden. Bisher sollen sie das abgelehnt haben. Ende dieser Woche wird eine endgültige Entscheidung erwartet.

    Der ältesten Tochter Kerstin (19) soll es immer besser gehen. Kerstin lebt jetzt zusammen mit ihrer Mutter und ihren fünf Geschwistern in einer Wohnung in der neurologischen Klinik in Mauer (Niederösterreich). Die Kinder und Jugendlichen bekommen neben der Therapie auch Schulunterricht.

    Aus der gemeinsamen Klinikwohnung ausgezogen ist inzwischen Rosemarie Fritzl, die Mutter Elisabeths und Ehefrau Josef Fritzls. Sie kehrte jedoch nicht in das Schreckenshaus in Amstetten zurück, sondern wohnt in einer Wohnung in der Umgebung.

    Rosemarie Fritzl hat zusammen mit ihrem Mann drei der Kinder Elisabeths aufgezogen, die 15 Jahre alte Lisa, die 14 Jahre alte Monika und den zwölfjährigen Alexander. Auf diese Weise konnten die Kinder ein halbwegs normales Leben führen. Jetzt befinden sie sich in der Klinik in Mauer, wie ihre Geschwister und ihre Mutter, in einer Ausnahmesituation.

    Während dieser Sommerferien machte Lisa immerhin einen Ausflug zum Camp der Freiwilligen Feuerwehr Amstetten.

    Aber der Weg in das sogenannte "normale" Leben ist nicht leicht: Lisa, Monika und Alexander nannten ihre Großmutter Rosemarie "Mama". Dies führte nach Pressemeldungen nun zum Konflikt mit Elisabeth Fritzl, die verlangt haben soll, die Kinder sollten ihre Großmutter korrekterweise "Oma" nennen. Außerdem habe sich Elisabeth gewünscht, allein mit ihren Kindern zusammenzuleben.

    Für den Prozess, der im November stattfinden soll, werden noch verschiedene Gutachten erstellt: eines zum psychischen Zustand Fritzls, eines zur Frage, ob die technischen Installationen, mit denen er das Verließ absicherte, von einer Person allein vorgenommen werden konnten und ein medizinisches Gutachten. Dieses medizinische Gutachten soll klären, ob das siebte Baby Elisabeths, das nach der Geburt starb, mit rechtzeitiger ärztlicher Hilfe hätte gerettet werden können.

    Wenn das Kind im Krankenhaus eine Chance gehabt hätte zu überleben, würde Josef Fritzl des Mordes angeklagt. Andernfalls sollen die Anklagepunkte Freiheitsberaubung, Nötigung, Vergewaltigung und Blutschande sein.

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