Diese Metallbaracke ist das Zuhause von Mohammad Abdul Fatah. Bis vor einigen Jahren lebte der 35-Jährige noch in einem der vielen Flüchtlingsgettos in Apulien.

Ausgebeutet und vertrieben: Das Elend der Erntehelfer in Apulien

Foto: Max Intrisano

45.000 Flüchtlinge arbeiten für Hungerlöhne in Apulien. Sie leben in Barackensiedlungen, die zum Teil die Mafia beherrscht. Nun werden die Camps geräumt.

Der junge Mann mit Baseballkappe und Adiletten sitzt auf seinem grünen Fahrrad und blickt in Richtung Osten. Man hört die Dieselmotoren der Schaufelbagger, die hinter den Baracken angerollt kommen. Polizisten mit Schlagstöcken und Schutzschilden bahnen ihnen den Weg. Zwei Männer mit weißen Helmen von der Stromversorgungsgesellschaft kappen die Stromleitungen, die wie dicke Urwald-Lianen von Hütte zu Hütte hängen. Feuerwehrleute mit Brecheisen und Motorsäge klopfen an den Hütten an, um die Schlafenden vor der Räumung zu warnen.