Rund 20 Frauen zeigen ihre nackten Brüste auf Facebook und Instagram, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen - und setzen dabei auf Zensur. Die Kampagne "Check it before it's removed" ("Lass dich untersuchen, bevor sie weg ist"), die am Internationalen Frauentag am 8. März anlief, soll Frauen ermutigen, sich selbst abzutasten, um Brustkrebs früh zu erkennen.
Auf der Website der für die Kampagne verantwortlichen Organisation Pink Ribbon (pinke Schleife) gibt es auch die Bilder zur Kampagne, die neben den Promis auch jeder andere Facebook-User teilen darf.
Der Gedanke dahinter: Die geposteten Beiträge sollen geklickt und geteilt werden, bevor sie womöglich bald entfernt werden – genauso wie die eigenen Brüste regelmäßig überprüft werden sollten, bevor der Krebs sich ausbreiten kann.
Facebook und Instagram dienen als Plattform
"Wir nutzen die strengen Richtlinien von Facebook und Instagram, um damit erstmalig etwas Gutes zu erreichen", sagte Lilli Langenheim von der Agentur DDB Berlin, die die Aktion für Pink Ribbon Deutschland entwarf.
Die Facebook-Richtlinien sind bekanntermaßen streng. Das soziale Netzwerk hat große Probleme mit zu viel nackter Haut. Inhalte dieser Art werden nicht selten sehr schnell wieder gelöscht.
Je stärker sich die Posts verbreiteten und aus den sozialen Medien entfernt würden, desto stärker werde die Botschaft verbreitet, sagte Langenheim. Auf Facebook geteilt haben die Bilder zum Beispiel die Band Culcha Candela, Model Franziska Knuppe, „GNTM“-Siegerin Stefanie Giesinger, Fußball-Nationalspielerin Dzenifer Marozsan, Cascada-Sängerin Nathalie Horler, Johannes Strate von Revolverheld und TV-Moderatorin Frauke Ludowig.
Rund 70 000 Frauen bekommen nach Stand von 2015 allein in Deutschland jährlich die Diagnose Brustkrebs. Pink Ribbon ist eine Initiative, die - auch mit ihrem Symbol der rosafarbenen Schleife - auf Brustkrebs aufmerksam machen will. Zusätzlich ist auf der Website auch ein Counter zu finden, der angibt, wie viele Facebook-Posts aufgrund nackter Brüste bereits gelöscht wurden. gig/dpa