Ein 19-Jähriger aus Nürnberg ist am Samstagabend, 19. November, im Kölner Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE geschubst und von dem Zug überrollt worden. Der junge Mann verletzte sich schwer und verlor trotz einer Notoperation einen Arm. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag ist er allerdings außer Lebensgefahr. Wie ein Sprecher der Polizei der dpa mitteilte, gibt es Hinweise darauf, dass der 19-Jährige gezielt vor den Zug gestoßen wurde.
Opfer und Täter sind als Hooligans bekannt
Laut einem internen Polizeibericht, der der Nachrichtenagentur dpa bekannt wurde, war Gewalt unter Fußball-Hooligans im Spiel. Sowohl das Opfer als auch der flüchtige Täter seien als Hooligans bekannt. Der 19-Jährige, dem der Arm abgetrennt wurde, sei selbst als sogenannter "Gewalttäter Sport" bekannt und zur Personenkontrolle ausgeschrieben.
"Ich bin entsetzt über diese erneute Eskalation von Gewalt unter Fußballfans", sagte dazu Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Der gemeinsame Kampf von Vereinen, Polizei und Sicherheitsbehörden muss im Jahr 2012 verstärkt werden."
21-Jähriger im Zug festgenommen
Dem internen Bericht zufolge sollen etwa 30 Menschen an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein. Zumindest teilweise waren diese Fans von Mainz 05, die mit dem Zug Richtung Heimat unterwegs waren. Ein 21 Jahre alter Mainzer Fan wurde im Zug festgenommen, ist jedoch vermutlich nicht der Haupttäter.
Die Tat ereignete sich fern jedes Fußballstadions. Das Bundesliga-Spiel der Mainzer gegen Köln war abgesagt worden, weil Schiedsrichter Babak Rafati versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Der 1. FC Nürnberg war in Gelsenkirchen bei Schalke 04 zu Gast. In den vergangenen Jahren hat die Polizei häufig mit Schlägereien durchreisender Fans zu tun, vor allem auf Autobahn-Parkplätzen, in Zügen und in Bahnhöfen. dpa/lby/AZ