6,6 Prozent: So groß ist der bundesweite Zuwachs bei Wohnungseinbrüchen. Rund 123.000 Fälle registrierte die Polizei im Jahr 2010. Wenn Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Freitag die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorstellen wird, zählen diese Werte zu den negativen Ausreißern einer ansonsten positiven Bilanz.
Wie schon vorab bekannt wurde, ist die Zahl der Straftaten in Deutschland weiter rückläufig. Sie ging im vorigen Jahr um zwei Prozent auf rund 5,9 Millionen zurück, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Besorgniserregend ist hingegegen die stark steigende Zahl der Einbrüche. Die meisten dieser Straftaten gab es mit 44.769 in Nordrhein-Westfalen, das mit einem Anstieg von 8,9 Prozent über dem Bundesschnitt liegt. Prozentual den höchsten Zuwachs verzeichnete Sachsen mit 21,2 Prozent. Wie die "Welt" berichtet, ist Leipzig mit fast der Hälfte aller in Sachsen registrierten Wohnungseinbrüche das Hauptziel der Täter.
Bezogen auf die Einbrüche je Einwohner liegt der Stadtstaat Bremen mit 2.877 solcher Delikte unter den 16 Bundesländern an der Spitze, obwohl es mit 15,4 Prozent den höchsten Rückgang aufweist. In Bremen kommen auf 10.000 Einwohner 43,6 Wohnungseinbrüche. Zum Vergleich: In Bayern sind es nur 3,6.
Betroffene dürfen sich zudem kaum Hoffnungen machen, dass die Einbrecher gefasst werden. Laut "Welt" lag die Aufklärungsquote 2010 nur bei knapp 16 Prozent. (dapd, dpa, AZ)