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Massensterben in USA: Wilde Gerüchte über tote Fische und Vögel

Massensterben in USA

Wilde Gerüchte über tote Fische und Vögel

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    Tote Vögel und Fische in den USA.
    Tote Vögel und Fische in den USA. Foto: msc hm

    Sie fielen einfach vom Himmel. Erst in Arkansas, dann in Louisiana und gestern auch in Kentucky. Tausende Vögel sollen in den vergangenen Tagen in den USA so ihr Leben gelassen haben. Wie es zu dem rätselhaften Massensterben kommt, scheint bisher unklar. Auch in der schwedischen Kleinstadt Falköping wurden nun rund 50 verendete Dohlen gefunden. Der US-Bundesstaat Maryland meldet unterdessen den Tod von etwa zwei Millionen Fischen. Dafür zumindest präsentiert das zuständige Umweltamt eine scheinbar schlüssige Erklärung: Das ungewöhnlich kalte Wasser, heißt es, könnte die Augenfleck-Umbern und Atlantischen Menhaden umgebracht haben.

    In Bezug auf das große Vogel-Sterben wuchern unterdessen die wildesten Gerüchte. Besonders im Internet kursiert eine Vielzahl an Spekulationen: Das rätselhafte Phänomen, das mit Beginn des neuen Jahres einsetzte und seither nicht abriss, schürt, zumal in den gottesfürchtigen USA, die Angst vor der Apokalypse. "Ist Amerikas Tierwelt verflucht?", fragt allen Ernstes der Internetdienst AOL und rät vorsorglich, Nahrung zu bunkern, wenn in Kürze die Welt untergehen sollte.

    Militärische Tests oder Kollision mit einem UFO?

    Die Geschehnisse sind der ideale Nährboden für Verschwörungs- und Untergangstheorien aller Art. So mancher, der seiner Regierung in Washington ohnehin alles Schlechte zutraut, wittert geheime militärische Tests hinter dem jähen Tod von Vögeln und Fischen. Die Erklärung, dass kaltes Wasser die Fische umgebracht haben könnte, erhöht bei manchen nur das Misstrauen.

    Auch die Vermutung, laute Böllerschüsse in der Silvesternacht hätten die rot gefiederten Amseln und mindestens eine Ente über der Ortschaft Beebe in Arkansas zu Tode erschreckt, findet ebenso wenig Glauben wie die amtliche Spekulation, dass in Louisiana Starkstromkabel bei Baton Rouge dem Flug der Amseln ein jähes Ende bereitet haben. Nichts erscheint zu abwegig, um nicht diskutiert zu werden. In Beebe, wo in der Neujahrsnacht gut 5000 tote Vögel die Straßen und das winterbraune Gras der Vorgärten bedeckten, kursiert gar die Theorie von einer Kollision der Vögel mit einem UFO.

    Religionsprofessor Paul Duff, ein Spezialist der Apokalypse und des Buchs der Offenbarung, deutete die Zeichen in der Los Angeles Times weniger dramatisch. "Noch jede Generation war davon überzeugt, dass das Ende nah ist."

    Gänzlich ungewöhnlich scheint es zumindest nicht zu sein, dass Vögel gelegentlich tot vom Himmel stürzen. 90 vergleichbare Fälle listete der US-Fernsehsender MSNBC im letzten Halbjahr 2010 auf. Und aus Arkansas ist überliefert, dass eine Serie von Blitzen 2001 eine Vogelschar wie Steine zu Boden fallen ließ.

    Jenseits der Rätsel bleibt zudem eine Erkenntnis: Amerikas Vogelwelt geht es insgesamt nicht gut. Und das, so Amerikas Staats-Ornithologin Karen Rowe, sei weit mehr besorgniserregend. Von Joachim Rogge mit dpa/afp

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