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Mediatheken
21.06.2021

ARD und ZDF wollen ein Streaming-Netzwerk aufbauen

ARD und ZDF kooperieren im Internet nun stärker - bei ihren Mediatheken.
Foto: Robert Günther, dpa

Die öffentlich-rechtlichen Sender arbeiten beim Streaming-Angebot zusammen. Nutzer sollen Inhalte so leichter finden. Ist das ein Schritt zur Fusion von ARD und ZDF?

Es dauert nicht lange, bis ein Journalist am Montag fragt, was jetzt noch gegen eine Fusion von ARD und ZDF spreche. Kurz zuvor kündigten der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow und der ZDF-Intendant Thomas Bellut in einem Pressegespräch einen "Riesenquantensprung" und eine "kleine Revolution" an: den Aufbau eines gemeinsamen Streaming-Netzwerks.

Für Nutzer bedeutet das, dass ARD- und ZDF-Mediathek im Internet zwar eigenständig bleiben, sich aber zunehmend in der einen auch Inhalte der jeweils anderen finden und Nutzern empfohlen werden. In der Praxis soll das einmal so aussehen: Wer in der ARD-Mediathek gerne den "Tatort" anklickt, dem könnte ein Algorithmus die ZDF-Thriller-Serie "Bad Banks" empfehlen, die dann gleich auf dem ARD-Portal abrufbar ist.

ZDF-Chef Thomas Bellut hält nichts von einer Fusion der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF.
Foto: Andreas Arnold, dpa

Was unspektakulär klingt, bedeutet für die beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender einen Kulturwandel. Statt ihre Konkurrenz im Netz zu leben, kooperieren sie fortan – vor allem, um gegen US-Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon Prime Video bestehen zu können. In diesem Markt wolle man nicht nur mit-, sondern eine führende Rolle spielen, sagt SWR-Intendant Kai Gniffke. "Es braucht ein wertegetriebenes Angebot auf dem Streaming-Markt." Darunter versteht er unter anderem ein Empfehlungssystem, das nicht auf Krawall setze – im Unterschied zu den anderen Anbietern.

Was die Sender-Chefs zu einer Fusion von ARD und ZDF sagen

Der gemeinsame "Inhalte-Katalog" allein von ARD und ZDF umfasst mehr als 250.000 Filme, Dokus, Satire- und Serienstoffe. Seit kurzem sind zudem Programminhalte von Arte in beiden Mediatheken zu finden, was zu einer spürbaren Erhöhung der Nutzerzahlen führte.

Und so soll das Streaming-Netzwerk das durch Beitragsmilliarden erstellte Programm leichter auffindbar machen und besser präsentieren. Es soll aber wohl auch die Bedeutung der Öffentlich-Rechtlichen unterstreichen – in Zeiten, in denen intensiv über ihren Auftrag diskutiert wird.

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Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

Eine öffentlich-rechtliche Super-Mediathek mit sämtlichen Inhalten wäre da im Grunde der nächste Schritt. Und eine Fusion von ARD und ZDF? Die Senderchefs weisen das zurück und betonen mit Verweis auf höchstrichterliche Rechtsprechung, dass die Medienvielfalt ein wichtiges Gut sei.

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