Startseite
Icon Pfeil nach unten
Panorama
Icon Pfeil nach unten

Medienbericht: Mordfall Dennis: Verdächtiger soll Pflegekinder betreut haben

Medienbericht

Mordfall Dennis: Verdächtiger soll Pflegekinder betreut haben

  • |
  • |
  • |
    Dieses Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlichte die "Soko Dennis" 2001. dpa
    Dieses Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlichte die "Soko Dennis" 2001. dpa

    Martin N. habe Ende der 90er Jahre in seiner damaligen Wohnung im Bremer Stadtteil Neustadt mehrmals etwa 10 bis 15 Jahre alte Pflegekinder bei sich aufgenommen. Dies haben offensichtlich ehemaliger Nachbarn des Mordverdächtigen gesehen, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag berichtete. Die Kinder hätten aus sozial benachteiligten Familien gestammt und seien zur vorübergehenden Betreuung an N. vermittelt worden.

    Die Bremer Sozialbehörde prüft derzeit, ob die Angaben zutreffen. Und falls ja, wer für die Vermittlung der Kinder an den offenbar pädophilen N. verantwortlich war. Eine Sprecherin der Sonderkommission der Polizei wollte die Aussagen der Nachbarn weder bestätigen noch dementieren. Die Sprecherin sagte lediglich, dass zahlreiche neue Hinweise eingingen und geprüft würden.

    Die Sonderkommission steht nach der Aufklärung einer Serie von Kindermorden in Norddeutschland weiterhin vor umfangreichen Ermittlungen. Diese kreisen um die beklemmende Frage: Gehen noch mehr Fälle auf das Konto des Mörders von Dennis?

    Nachdem die Polizei einen fast 20 Jahre unentdeckten Kinder-Serienmörder geschnappt hat, gehen die Ermittlungen weiter. Mindestens drei Jungen brachte der heute 40-Jährige um, zuletzt Dennis aus Niedersachsen im Jahr 2001.

    Polizeisprecher Jürgen Menzel: "Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns und werden dafür noch Wochen oder Monate brauchen." Es werde untersucht, ob noch weitere Kindermorde und Missbrauchsfälle auf das Konto von Martin N. gehen.

    Am Mittwoch hatten Polizeibeamte hatten den Mann in Hamburg-Wilstorf festgenommen. Er gestand, zwischen 1992 und 2001 drei kleine Jungen umgebracht zu haben. Darüber hinaus soll der Mann für mindestens 40 weitere Fälle von sexuellem Missbrauch verantwortlich sein. Laut Polizei war er als Sexualtäter bekannt, aber nicht vorbestraft.

    Martin N. war auch als Jugendbetreuer tätig. Zeugen beschrieben den Pädagogen als sozial unauffällig und hilfsbereit. Der gebürtige Bremer lebte seit zehn Jahren in Hamburg. In der Öffentlichkeit war der Tatverdächtige als "der Maskenmann" bekannt, weil Opfer und Zeugen ihn immer wieder als großen schwarzen Mann mit Gesichtsmaske beschrieben hatten.

    Sein letztes Opfer soll 2001 der neun Jahre alte Dennis Klein aus Osterholz-Scharmbeck gewesen sein. 1995 soll der frühere Lehramtsstudent den achtjährigen Dennis Rostel aus Nordrhein-Westfalen umgebracht haben, den er in einem Ferienzeltlager in Schleswig-Holstein aufspürte. 1992 war nach dem Geständnis des Mannes der 13 Jahre alte Stefan Jahr sein Opfer geworden - er verschwand aus einem Internat im niedersächsischen Scheeßel. dpa/AZ

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden