Startseite
Icon Pfeil nach unten
Panorama
Icon Pfeil nach unten

Mexikanischer Drogenboss "La Barbie" gefasst

Panorama

Mexikanischer Drogenboss "La Barbie" gefasst

  • |
  • |
  • |
    Mexikanischer Drogenboss «La Barbie» gefasst
    Mexikanischer Drogenboss «La Barbie» gefasst Foto: DPA

    Wie Sicherheitsminister Facundo Rosas am Dienstag in Mexiko-Stadt mitteilte, wurde der als extrem gewalttätig geltende Bandenchef in der Stadt Lerma unweit der Hauptstadt Mexiko-Stadt festgenommen. Er ist der erste Anführer eines mexikanischen Kartells, der aus den USA stammt.

    "La Barbie", der den Spitznamen seinen blonden Haaren verdankt, lächelte spöttisch, als er am Dienstagmorgen in Mexiko-Stadt den Medien vorgeführt wurde. Gemeinsam mit Valdez wurden sieben weitere Menschen festgenommen. "La Barbie", für dessen Ergreifung eine Belohnung von umgerechnet rund zwei Millionen Euro ausgesetzt war, werden Geldwäsche, Entführungen und Drogenhandel vorgeworfen. Er soll mit seiner Organisation pro Monat rund eine Tonne Kokain durch Mexiko geschleust haben.

    Die kriminelle Laufbahn des aus Laredo im US-Bundesstaat Texas stammenden Valdez ist lang. Als 19-Jähriger wurde der aus einer Mittelstandsfamilie stammende Valdez dort zum ersten Mal mit Marihuana erwischt. In seiner Schule war der kräftig gebaute Mann ein Football-Star. Danach ging er nach Mexiko. Er kam praktisch mit allen Drogenbossen in Mexiko in Berührung - als Freund oder als Feind. So wurde er Vertrauter des Bosses Joaquin "El Chapo" Guzman, für dessen Sicherheit er eine Zeit lang zuständig war.

    In Tamaulipas machte Valdez sich einen Namen in der Welt der organisierten Kriminalität als "El Comandante" und "El Guero". Dort, nahe seiner Heimat Laredo, bekriegte er die Killerbande des Golfkartells, die "Los Zetas". Dann stieg er in der Organisation der Brüder Beltran Leyva auf. Seit Anfang 2009 wurde Valdez gezielt gejagt, mehrere Versuche, ihn zu fassen, scheiterten.

    Ende des vorigen Jahres übernahm Valdez nach Angaben des Sicherheitsministeriums die Kontrolle über das Kartell am Pazifik. Der vorige Bandenchef Arturo Beltran Leyva war im Dezember 2009 bei einer Auseinandersetzung mit Sicherheitskräften getötet worden.

    Valdez lieferte sich daraufhin einen blutigen Machtkampf mit Héctor Beltran, dem Bruder des getöteten Bosses. "Die jetzige Festnahme bedeutet einen schweren Schlag für das organisierte Verbrechen", sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Sprecher der Regierung, Alejandro Poiré. "Valdez hatte auch Kontakte zu Banden in Mittel- und Südamerika, die Drogen in die USA schmuggeln."

    Präsident Felipe Calderón gratulierte den Sicherheitskräften zu dem Erfolg. Er hatte den Kartellen bei seinem Amtsantritt im Dezember 2006 den Krieg erklärt und insgesamt mehrere Zehntausend Soldaten in die betroffenen Gebiete vor allem im Norden des Landes geschickt. Seitdem sind nach offiziellen Angaben 28 000 Menschen getötet worden.

    Unterdessen kam es auch am Montag zu zahlreichen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen mutmaßlichen Drogenkriminellen und Soldaten. In Pánuca im Bundesstaat Veracruz wurden in einer zwölf Stunden dauernden Schießerei sechs Kriminelle und ein Soldat getötet.

    Erschwert wird die Bekämpfung der Kriminalität in Mexiko vor allem durch die korrupte Polizei, die von den Kartellen unterwandert ist. Am Montag wurde mitgeteilt, dass 3200 der rund 35 000 Bundespolizisten eine Überprüfung nicht bestanden hätten und deshalb entlassen worden seien.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden