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Nachruf: Der Widerspenstigen Zähmung - Zum Tod von Maureen O’Hara

Nachruf

Der Widerspenstigen Zähmung - Zum Tod von Maureen O’Hara

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    Maureen O’Hara mit John Wayne – im Jahr 1971.
    Maureen O’Hara mit John Wayne – im Jahr 1971. Foto: imago/AGD

    Wer weiß, ob Maureen O’Hara es zum Leinwandstar gebracht hätte ohne den in den 1940er Jahren in die Kinos drängenden Farbfilm. Denn „diese Kombination aus rotem Haar und grünen Augen war einfach umwerfend“, fand der Regisseur John Ford. Bald hatte die gebürtige Irin ihren Spitznamen weg: „Die Technicolor-Königin“.

    Damit konnte sie gut leben, auch mit Filmkritikern, die von einem „mürrischen Gesicht ohne Emotionen“ schrieben. Wer von dem Feuerschopf erwartet hatte, als zweite Katherine Hepburn für Furore in Hollywood zu sorgen, war falsch gewickelt. O’Haras Stärke war ihre unglaubliche Präsenz, die bereits bei der 19-Jährigen spürbar war, als sie in „Der Glöckner von Notre-Dame“ das zauberhaft-patente Mädchen Esmeralda spielte.

    John Ford und sein Lieblings-Westernheld John Wayne schwärmten alsbald für die häufig eigenwillige Schönheit. O’Hara wurde zur einzigen Frau, mit der Wayne je befreundet war. Und der irischstämmige Ford wusste, wie er die Schauspielerin zu inszenieren hatte. Der Widerspenstigen Zähmung könnte in „Der Sieger“ (1952) als Motto für die selbstbewusste Frau gelten, die der Ex-Boxer Wayne doch noch abschleppt. Elf Jahre später variiert in „MacLintock“ Wayne das Thema: Er jagt seine Partnerin im Unterkleid durch die Stadt, um sie öffentlich zu versohlen: Da bemerkt die Schöne, dass sie den Kerl liebt. Bevor Feministinnen jetzt aufschreien, bleibt festzuhalten, dass es im Wilden Westen noch keine Gender-Diskussion gab. Des Weiteren sei auf William Shakespeare verwiesen.

    Brillant war sie in Abenteuer- und Piratenfilmen, in denen sie schon aufgrund ihrer athletischen Fähigkeiten überzeugte. Gerade noch rechtzeitig hat sich Hollywood an Maureen O’Hara erinnert: 2014 erhielt sie den Ehren-Oscar. Jetzt ist sie mit 95 Jahren gestorben.

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