Er sagt alles, was er denkt. Und er denkt kreuz und vor allem quer. Er ist das Büroekel in Person und das "beliebteste Arschloch im deutschen Fernsehen". Und am Dienstagabend (22.15 Uhr/Pro Sieben) kehrt er mit der fünften Staffel in die deutschen Wohnzimmer zurück. Zum Glück nur auf dem Bildschirm: Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg.
Herbst kassierte eine Ohrfeige
Herbst selbst liebt seine Rolle als Ekel mit Haarkranz und Klobrillenbart: "Stromberg darf erstmal alles, denn er ist Stromberg. Das ist ein Label, dem muss er gerecht werden", sagt Herbst, der für die Verkörperung des unsympathischen Versicherungsangestellten auch schon mal eine gelangt bekam. "Ich habe tatsächlich mal eine Ohrfeige in der Fußgängerzone kassiert. Das war so ein kompletter Intelligenzabweichler, der hat das eben nicht verstanden, dass das keine Real-Life-Dokumentation über die Versicherungsbranche ist", erzählt Herbst von den Anfängen der Serie und den Reaktionen darauf.
"Einige Strombergs rumlaufen sehen"
Inzwischen haben die allermeisten verstanden, dass "Stromberg" eine Satire ist. Was nicht heißt, dass es diesen Typ Mensch nicht in der Realität gibt. Herbst selbst spricht aus Erfahrung: "In meiner Zeit als Azubi in einer großen deutschen Bank habe ich einige Strombergs rumlaufen sehen", sagt Herbst offen. Damals habe er zwar noch nicht geahnt, dass er selbst einmal so jemanden spielen würde, aber die Strombergs seiner Jugend hätten sich "traumatisch" auf seiner Festplatte eingebrannt. Herbst identifiziert sich mit seiner Serie, das merkt jeder Zuschauer. "Das Tolle ist ja, dass man sich als Humorist hinter der Figur verstecken kann", sagt Herbst. Die Rolle gebe ihm die Freiheit, fies und politisch unkorrekt zu sein. Herbst beteuert aber, dass er im privaten Leben nicht so denke wie Stromberg.
"Selbst ernannter Schönheitschirurg"
Für die neue Staffel, in der Stromberg in die Zentrale der Capitol-Versicherung zurückkehrt, traut Herbst seiner Rolle "alles zu". "Vielleicht macht er ja noch ne Umschulung oder praktiziert als selbst ernannter Schönheitschirurg." (AZ)