Erst am Sonntag, beim zehnten Gedenken an die Terroranschläge, war das Mahnmal eingeweiht worden. Am Montag wurde es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch zunächst haben die Angehörigen der fast 3000 Opfer von 9/11 Vorrang. Denn der Einlass ist während der Bauarbeiten am neuen World Trade Center begrenzt. Besucher müssen sich vorher anmelden.
Das Mahnmal besteht aus zwei Granitbecken, die in die viereckigen Fundamente der eingestürzten Zwillingstürme eingelassen sind und an deren Seitenwänden sich Wasserfälle ergießen. Auf Bronzeplatten sind die Namen der bei den Anschlägen Getöteten eingraviert. Um die beiden Becken herum wurden zur Eröffnung der Gedenkstätte 225 zweifarbige Eichen gepflanzt, wodurch ein kleiner, im Sommer schattiger Park inmitten der Hochhauslandschaft entsteht. Insgesamt sollen es einmal mehr als 400 Bäume sein. So wird die Gedenkstätte dann wie eine Narbe sein, die nach einer großen Wunde bleibt. Sie wird zwar mit der Zeit blasser, ist vielleicht kaum noch in ihrer Umgebung zu sehen, aber sie verschwindet nie ganz und hält die Erinnerung wach. Im August 2012 soll auf dem Gelände ein Museum eröffnet werden, das die Geschichte vom 11. September 2001 erzählt.
Grauen im Minutentakt: Eine Chronologie des 11. September
08.46 Uhr: Ein Flugzeug rast in den nördlichen der beiden Türme des World Trade Centers in New York. Augenzeugen glauben zunächst an ein Unglück.
09.03 Uhr: Ein zweiter Jet fliegt in den Südturm.
09.05 Uhr: US-Präsident George W. Bush wird beim Besuch einer Grundschule in Sarasota (Florida) informiert. Stabschef Andrew Card flüstert ihm zu: «Amerika wird angegriffen.»
09.30 Uhr: Bush spricht vor Kameras von einer «nationalen Tragödie». Es handele sich «offensichtlich» um eine Terrorattacke.
09.37 Uhr: Ein drittes Flugzeug rast in das Pentagon. Ein Teil des US-Verteidigungsministeriums wird dabei verwüstet. Das riesige Gebäude, das Weiße Haus, weitere Ministerien und das Kapitol werden evakuiert.
09.55 Uhr: Bush fliegt von Florida mit Ziel Washington ab, ändert aber den Kurs und landet auf der Air-Force-Basis Barksdale im Bundesstaat Louisiana. Von dort reist er nach Nebraska, später nach Washington.
09.59 Uhr: Der Südturm des World Trade Centers stürzt ein.
10.03 Uhr: Ein viertes Flugzeug stürzt südlich von Pittsburgh nach einem Kampf im Cockpit auf freiem Feld ab. Passagiere hatten sich gegen die Entführer zur Wehr gesetzt. Die Entführer wollten offenbar Kurs auf das Weiße Haus oder den US-Kongress nehmen.
10.28 Uhr: Der zweite, nördliche Zwillingsturm stürzt ein.
12.16 Uhr: Die Bundesflugbehörde meldet, dass der Luftraum der USA gesperrt ist. Nur Militär- und Rettungsmaschinen fliegen noch.
13.04 Uhr: Bush versichert in einer kurz zuvor aufgezeichneten Fernsehansprache, dass alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen seien.
13.27 Uhr: In Washington wird der Notstand ausgerufen.
16:10 Uhr: Auch das Gebäude 7 des World Trade Centers steht in Flammen. Eine Stunde später bricht das 47-stöckige Haus zusammen.
20.30 Uhr: Der US-Präsident kündigt in einer Fernsehansprache an, die Täter gnadenlos zu verfolgen: «Wir werden keinen Unterschied machen zwischen denen, die diese Attacken ausgeführt haben, und denen, die ihnen Schutz bieten.»
Extremisten des Terrornetzwerks El Kaida hatten damals mit gekaperten Passagierflugzeugen die Zwillingstürme des World Trade Centers und das Pentagon in Washington attackiert. Eine vierte entführte Maschine stürzte in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania in ein Feld. afp