Das "Time"-Magazin hat "den Demonstranten" zur "Person des Jahres" 2011 gekürt. Bei Protesten in der Arabischen Welt, in Europa und den USA gestalteten Demonstranten die Weltpolitik neu, begründete die Zeitschrift ihre Entscheidung, die am Mittwoch in der "Today Show" auf dem US-Fernsehsender NBC verkündet wurde. Im vergangenen Jahr war Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit dem Titel geehrt worden. Er geht jedes Jahr an die Person, die nach Ansicht von "Time" das Jahr am meisten geprägt hat. In vergangenen Jahren wurden auch mehrere Staatsoberhäupter und Musikstars ausgezeichnet.
"Time", Du und der Protester
Ein Jahr, nachdem sich ein Gemüseverkäufer in Tunesien aus Protest gegen die Situation in seinem Land selbst angezündet hatte, habe sich die Bewegung über den Nahen Osten nach Europa und die USA ausgedehnt, die globale Politik verändert und die Macht des Volkes neu definiert, erläuterte "Time" die Entscheidung.
Weiter heißt es in der jüngsten Ausgabe des Magazins: "Es ist bemerkenswert, wie viel die Spitzen der Protestbewegungen gemein haben. Überall sind sie zum großen Teil jung, der Mittelklasse zugehörig und gebildet." Fast alle Bewegungen dieses Jahres hätten unabhängig von bestehenden politischen Parteien oder oppositionellen Gruppen begonnen.
"Das sind Leute, die bereits Geschichte geschrieben haben"
"Überall in der Welt glauben die Demonstranten von 2011, dass das politische System und die Wirtschaft in ihrem Land nicht mehr funktioniert und korrupt ist, dass sie sich zu Schein-Demokratien entwickelt haben, die den Reichen und Mächtigen dienen und echte Veränderungen blockieren."
"Time"-Chefredakteur Rick Stengel merkt außerdem an, dass die breitesten Berichte von 2011 mit den Demonstranten zu tun hatten. "Sie leisteten Widerstand, stellten Forderungen, ohne aufzugeben, selbst wenn die Antwort in Form einer Tränengaswolke oder eines Kugelhagels kam."
Weltweite Demonstrationen
Der "Mann des Jahres" - seit 1999 die "Person des Jahres" - wird seit 1927 von dem Magazin bestimmt. Vor einem Jahr war der Titel an den "Facebook"-Gründer Mark Zuckerberg gegangen. Zuvor waren unter anderen US-Präsident Barack Obama, sein Vorgänger George W. Bush, Bono von der Rockgruppe U2 sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos auf das Deckblatt der traditionellen "Person of the Year"-Ausgabe im Dezember gekommen. Unter den anderen Kandidaten dieses Jahres waren der chinesische Künstler Ai Weiwei und Kate Middleton, die Frau von Prinz Williams. dpa/dapd/afp/AZ