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Porträt
11.02.2014

Modeschöpferin Mary Quant: Die Minirock-Mutter

Mary Quant erfand in den 1950er-Jahren den Minirock. Ein Werbeplakat aus der Zeit.
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Mary Quant erfand in den 1950er-Jahren den Minirock. Ein Werbeplakat aus der Zeit.
Foto: Bellinda, dpa

Mary Quant erfand eines der berühmtesten Kleidungsstücke des 20. Jahrhunderts, den Minirock. Zu ihrem Achtzigsten verrät sie, wie es dazu kam.

Wäre diese Geschichte ein Film, würden die jugendlichen Ausgaben von John Lennon und Mick Jagger dazu singen. Denn jene von Mary Quant liest sich am besten, wenn sie begleitet wird von der britischen Musik aus den sechziger Jahren. Die Beatles und die Rolling Stones stellten die Musikwelt auf den Kopf und schufen den Rahmen für die Designerin Quant, die keine Gitarren brauchte, um die Gesellschaft zu prägen, sondern lediglich ein Stück Stoff.

Mary Quant schuf den Minirock

Sie erfand den Minirock. Die Britin ist eine der wenigen Menschen, die mit ihrer Mode Spuren in der Geschichte hinterlassen hat. Sie hat dem Beinkleid eine Schrumpfkur verpasst und damit ein legendäres Kleidungsstück geschaffen. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag.

Es war Mitte der fünfziger Jahre, als immer mehr junge Menschen gegen die prüde Garderobe und Gesinnung rebellierten, die den Frauen sowohl die Beine als auch ihre geistige Freiheit einschränkten. Mary Quant, 21 Jahre alt, eröffnete 1955 im Londoner Szene-Stadtteil Chelsea ihre erste Modeboutique „Bazaar“. „Mode war damals nicht für junge Menschen gemacht“, sagte sie später. Zu teuer, zu ungeeignet für den Alltag, schlicht „unmöglich“.

Quant: Kleidung soll Spaß machen

Sie wollte Kleider, in denen man dem Bus hinterherrennen und tanzen kann. Also ließ die zierliche Frau mit der charakteristischen Helmfrisur den Rocksaum weit über die kritische Knielänge wandern und entwarf die erste Mini-Kollektion, benannt nach ihrem Lieblingsauto. Millionen junger Frauen – und Männer – waren begeistert. Mit der Anti-Baby-Pille verkörperte der Minirock das Symbol eines neuen weiblichen Selbstbewusstseins. Das Stück Stoff passte perfekt zu den „Swinging Sixties“. Kleidung solle „Spaß machen“, sagte die Designerin immer wieder.

Die konservative Gesellschaft kämpfte schockiert gegen das frivole Kleidungsstück und verschrie es als obszönen Fummel. Doch die Einwände gingen in den lauten Gitarrenklängen von Keith Richards unter. Mit der Zeit nahm die Länge der Röcke ab und der Erfolg zu, bald exportierte Quant sogar in die USA.

Heute lebt Quant auf dem Land

Die Modeschöpferin prägte wie kaum eine andere den bis heute berühmten London-Look: einfache Formen, schreiende Farben, Lacklederstiefel mit hohem Schaft und der Star ihrer Ideen, der Minirock. „Eigentlich waren es die Mädchen der King’s Road, die ihn erschaffen haben“, sagt Quant. „Sie hörten nicht auf, noch kürzere Saumlängen zu fordern.“

Heute lebt das einstige Stadtmädchen auf dem Land und arbeitet am liebsten in ihrem Garten. Ob sie noch Kontakt mit Mick Jagger hat?

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