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Rosenmontagsumzug: Applaus für "Charlie Hebdo"-Wagen in Düsseldorf

Rosenmontagsumzug

Applaus für "Charlie Hebdo"-Wagen in Düsseldorf

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    Ein Karnevalswagen zeigt in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) das Motiv "Charlie Hebdo - Satire kann man nicht töten".
    Ein Karnevalswagen zeigt in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) das Motiv "Charlie Hebdo - Satire kann man nicht töten". Foto: Federico Gambarini/dpa

    Bei teils strahlendem Sonnenschein feierten die Menschen auch nach der Absage des Braunschweiger Karnevalszugs wegen einer Anschlagswarnung ausgelassen den Höhepunkt des Straßenkarnevals. In Köln und Düsseldorfer griffen die Macher mit einzelnen Wagen auch den Anschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" auf.

    In Düsseldorf wurde das Thema  mit einem Wagen von Zugbauer Jacques Tilly aufgegriffen. Der Wagen zeigte einen kopflosen Mann mit der Satirezeitschrift in der Hand, der von einem Maskierten mit bluttropfendem Schwert flieht. Aus dem Hals des Flüchtenden ragt die Spruchblase "Satire kann man nicht töten" heraus. Lokale Medien berichten von einem besonderen Applaus für den Tilly-Wagen. Tilly hat schon Osama bin Laden, Salafisten und andere religiöse Eiferer, aber auch Rechtsradikale auf die Schippe genommen.

    Auf einem anderen Wagen messen sich zwei Skelette im Armdrücken, die für die Dschihadistengruppen Al-Kaida und IS stehen sollen. An der Seite des Wagens ist die Aufschrift "Terror-Wettkampf" zu sehen. 

    Tonnenweise Süßigkeiten, Schokolade und Blumen

    In Köln machte sich "d'r Zoch" pünktlich um 10.11 Uhr auf seinen gut sieben Kilometer langen Weg. Stundenlang zogen Prunkwagen, Kutschen und Kapellen durch die Innenstadt. Tonnenweise flogen Süßigkeiten, Schokolade oder kleine Blumensträuße unter das närrische Volk. Besonderes Augenmerk richtete sich wie jedes Jahr auf die Motivwagen, die wie in Düsseldorf oder Mainz das politische und gesellschaftliche Geschehen der vergangenen Monate aufgriffen.

    Gleich am Anfang des Zugs in Köln spielte ein Wagen auf den Anschlag auf "Charlie Hebdo" an. Darauf waren mehrere abgesägte Buntstifte  zu sehen - und eine grüne Buntstiftpflanze, die ein Clown mit einer Gießkanne bewässerte. Der intakte Stift trug die Aufschrift "Narrenfreiheit". Der Buntstift ist nach den Anschlägen von Paris zu einem Symbol für die Freiheit geworden.

    Einen ursprünglich geplanten "Charlie Hebdo"-Wagen hatte das Festkomitee zurückgezogen. Der Siegerentwurf hatte einen schwarz gekleideten Mann mit Sprengstoffgürtel und gezückter Schusswaffe zeigen sollen, in deren Mündung ein Narr einen Bleistift rammt und die Waffe damit zerstört. Das Festkomitee hatte den Rückzug mit den Rückmeldungen besorgter Bürger begründet. Diese Entscheidung hatte auch für Kritik gesorgt.

    Motto in Köln: "social jeck - kunterbunt vernetzt"

    In den Rosenmontagszügen in Köln, Düsseldorf und Mainz wurden zudem zahlreiche andere politische und gesellschaftliche Themen wie die Ukraine-Krise oder der griechische Schuldenstreit karikiert. In Köln steht der Karneval in diesem Jahr unter dem Motto "social jeck - kunterbunt vernetzt". In Düsseldorf heißt es "traumhaft jeck", in Mainz "Hier bin ich Narr, hier darf ich's sein - an Fassenacht in Mainz am Rhein".

    Der Braunschweiger Karnevalszug war am Sonntag wegen einer Anschlagswarnung abgesagt worden. Die Polizei hatte diese Entscheidung knapp zwei Stunden vor Beginn getroffen, weil nach ihren Angaben Anhaltspunkte für eine "konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund" vorlagen. In Köln, Düsseldorf und Mainz gab es laut Polizei keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung der Züge. AFP

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