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Rostock: Unfallstelle nach Massenkarambolage wieder geräumt

Rostock

Unfallstelle nach Massenkarambolage wieder geräumt

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    Die Unfallstelle auf der A9 ist nach dem Massencrash wieder geräumt. Acht Menschen kamen ums Leben bei dem Unglück nach einem plötzlichen Sandsturm.
    Die Unfallstelle auf der A9 ist nach dem Massencrash wieder geräumt. Acht Menschen kamen ums Leben bei dem Unglück nach einem plötzlichen Sandsturm.

    Erst zwei Tage nach der katastrophalen Massenkarambolage auf der A 19 nahe Rostock haben die Einsatzkräfte die Unfallstelle räumen können. Der letzte verunglückte Lkw wurde am Sonntag geborgen. Noch am Nachmittag des Sonntags sollte die Unglücksstelle auf der A19 wieder vollständig für den Verkehr frei gegeben werden. Dies kündigte ein Sprecher der Polizei. Die acht Toten konnten mittlerweile alle identifiziert werden. Sie stammen aus vier Bundesländern. Ein Opfer aus Bayern gibt es nicht.

    An dem Massencrash vom Freitag, der vermutlich durch eine Staubwolke oder einen Sandsturm ausgelöst worden war, waren mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt. Darunter auch sieben Lastwagen. Viele Fahrzeuge gingen bei der Katastrophe in  Flammen auf. Einige Autos seien kaum mehr von einander zu unterscheiden, da sie miteinander verschmolzen seien,  schilderte der Polizeisprecher eindrucksvoll die dramatischen Ereignisse. Acht Personen kamen bei dem Unfall ums Leben, 44  Verletzte mussten in umliegende Kliniken eingeliefert werden. Insgesamt  waren laut Polizei 131 Personen betroffen.

    Identifizierung dauerte lange an

    Die Identifizierung der Todesopfer dauerte bis zum späten Samstag an. Vier der Toten kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, zwei aus Brandenburg, einer aus Berlin und einer aus Sachsen-Anhalt, teilte die Polizei mit. Die fünf Männer und drei Frauen  waren zwischen 34 und 75 Jahre alt. Kinder und Jugendliche kamen bei dem Unfall nicht ums Leben.

    Eine Spur der A 19 nach Massenkarambolage seit Samstag frei

    Die Strecke in Richtung Süden war schon am Samstagnachmittag  wieder freigegeben worden. Hier war der Massencrash mit 32 beteiligten  Fahrzeugen etwas glimpflicher ausgegangen als auf der Strecke  Richtung Norden mit 59 beteiligten Autos und Lkws, so die Polizei. Dort sei der Fahrbahn-Belag durch die Brände  schwer beschädigt gewesen, an einigen Stellen habe sich das  geschmolzene Metall der Wracks in den Beton eingebrannt. Entgegen  erster Schätzungen sollten die Schäden aber noch am Sonntag  beseitigt worden sein, die Autobahn-Meisterei wollte den Verkehr  bis zum Nachmittag freigeben.

    Polizei und Staatsanwaltschaft vernahmen am Wochenende erste  Augenzeugen der Katastrophe, um den genauen Ablauf "der wenigen  dramatischen Sekunden" zu rekonstruieren. Offenbar hatte am Freitag  gegen 12.30 Uhr ein Sturm Erde, Sand und Staub von den trockenen  Feldern links und rechts neben der Autobahn derart zu einer Wolke  über der Autobahn geballt, dass den Fahrern für entscheidende  Momente die Sicht genommen war. Sie soll nach ersten Erkenntnissen  unter zehn Metern gelegen haben. Die Ermittlungen der  Staatsanwaltschaft dauern an.

    Feuerwehr: Inferno ging von einem Auto aus

    Das Flammeninferno auf der A 19 bei Rostock ging nach Angaben der Feuerwehr von einem Wagen aus. "Das war ein Auto, das stand mittendrin und brannte", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Hannes Möller in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Durch den starken Wind und die eng zusammenstehenden Fahrzeuge habe sich das Feuer auch schnell auf benachbarte Wagen ausdehnen können. Acht Menschen starben am Freitag in den Flammen nach der Massenkarambolage südlich von Rostock.

    "Das war ein einziges Trümmerfeld und es waren schockierende Bilder", erklärte Möller, der als einer der Ersten am Brandort im Kreis Güstrow war. Der 47-Jährige leitete den Rettungseinsatz mit rund 300 Rettern.

    Nach Auffassung von Möller hatten die Unfallbeteiligten bei dem Sandsturm kaum eine Chance, dem Zusammenstoß zu entgehen. "Sie denken, das hört nach zwei, drei Metern auf mit dem Sand und fangen danach an zu bremsen", so Möller. Weiter hinten schaffe das nicht jeder. Dann komme es zu den Auffahrunfällen, und Bränden. "Wenn die Autos auf der Autobahn unterwegs sind, laufen die Motoren heiß und auch die Teile daneben, das sind ideale Zündmöglichkeiten." Bei vielen Autos ist der Tank hinten unten rechts angeordnet, die Motorräume befinden sich meist vorn.

    Vom Feuer waren den Ermittlern zufolge vor allem die Autos in der Mitte des Staus und am Ende betroffen. Auch der Gefahrguttransporter war im hinteren Teil und sei von den brennenden Pkw entzündet worden. Die Leichen der Toten verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. "So etwas sieht man sonst nur in Katastrophenfilmen", sagte Möller.

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