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Royals
10.01.2020

Krisensitzung wegen Harry und Meghan: Die Queen will eine Entscheidung 

Im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds in London hat man reagiert und die Figuren von Prinz Harry und Herzogin Meghan vom Rest der königlichen Familie entfernt.
Foto: Victoria Jones/PA Wire, dpa

In Großbritannien rätselt man, wie es mit Harry und Meghan weitergeht. Sollen ihnen die Titel entzogen werden? Bekommen sie Geld von Charles?

Über dem Buckingham-Palast ist derzeit die Union-Jack-Flagge gehisst, was bedeutet, dass sich die Queen außer Haus befindet. Trotzdem kommen gerade mehr Menschen als üblich zur königlichen Residenz in London. Vor den Toren haben sich sogar einige „Superfans“ versammelt, wie sie sich nennen, um Königin Elizabeth II. ihre Unterstützung zu signalisieren. Denn hinter den dicken Mauern herrscht Krise, seit Prinz Harry und Herzogin Meghan am Mittwochabend ihren Rückzug als hochrangige Royals angekündigt haben, ohne die königliche Familie vorab von dem Schritt zu informieren.

Seitdem laufen von der Queen angesetzte Krisengespräche. So soll es mehrere Telefonate zwischen der Queen, Thronfolger Prinz Charles, Prinz William und Prinz Harry selbst gegeben haben, um schnellstmöglich eine „praktikable Lösung“ zu finden, wie es das Staatsoberhaupt intern angeblich nannte.

Die Familie und vorneweg die Queen seien „verletzt und verärgert“ gewesen über die Art, wie Harry und Meghan ihren Vorstoß kommuniziert haben. So berichten es anonyme Mitarbeiter aus dem Palast.
Foto: Joe Giddens, dpa

„Eines der Dinge, die die Familie über die Jahre gelernt haben, ist, dass, wenn man nicht schnell handelt, die Probleme schlimmer werden“, wird in britischen Medien ein Insider zitiert. Es ist auch eine Lektion aus der Lady-Diana-Krise, in der sich die Queen allzu zögerlich verhielt und etliche Fehler beging, die am Ende sogar die Monarchie ins Wanken brachten.

Harry und Meghan fordern eine Sonderrolle, „halb drinnen, halb draußen“

Soll Ihre Majestät dem Herzog und der Herzogin von Sussex wie damals Diana etwa die Titel entziehen, wie etliche Kritiker dies nun verlangen? Die beiden fordern eine Sonderrolle, wie ihr Statement auf Instagram zeigt, einen Status „halb drinnen, halb draußen“ und damit einen Teilrückzug aus der royalen Familie.

Auf der Insel sorgt das für Ärger. Denn einerseits wünschen Harry und Meghan ihre Freiheit, indem sie teils in Großbritannien, teils in Nordamerika leben und einen Teil ihrer Pflichten abgeben. Andererseits möchten sie aber nicht die Privilegien des Königshauses verlieren. Wie soll da ihre künftige Rolle aussehen?

Die Familie und vorneweg die Queen seien „verletzt und verärgert“ gewesen über die Art, wie Harry und Meghan ihren Vorstoß kommuniziert haben. So berichten es anonyme Mitarbeiter aus dem Palast. Dennoch gibt es angeblich Verständnis für ihr Bedürfnis nach einem modernen Lebensstil, wenn man auch davon ausgeht, dass es schwierig werden dürfte, diesen mit der von Traditionen bestimmten Institution in Einklang zu bringen. Und überhaupt: Wie können Harry und Meghan „finanziell unabhängig“ leben?

Bislang übernehmen Beamte von Scotland Yard den Polizeischutz für die Familie. Wer sorgt künftig für die Sicherheit? Auch bei den Einnahmen herrscht Verwirrung. Nach eigenen Angaben stammen fünf Prozent von Harrys und Meghans Einkünften aus dem Sovereign Grant, dem königlichen Geldtopf, in den jährlich 82 Millionen Pfund aus der Staatskasse fließen. Damit soll die königliche Familie die Kosten für Angestellte, Reisen und die Erhaltung ihrer Anwesen abwickeln. Der Fonds speist sich aus einer milliardenschweren Immobiliengesellschaft. Die Sussexes wollen darauf verzichten, um ihr eigenes Geld verdienen zu können. Das war ihnen bisher aufgrund ihres genau festgelegten Anteils aus dem sogenannten Kronbesitz untersagt.

2,3 Millionen Pfund bekommt Harry jedes Jahr von Prinz Charles

Unklar ist dagegen, ob Harrys Vater Charles weiterhin die restlichen 95 Prozent der Kosten für die Büroausgaben des Paares übernimmt. Das dürfte auch davon abhängen, ob der Herzog und die Herzogin weiterhin offizielle Termine für die „Firma“, wie die Windsors auch genannt werden, wahrnehmen werden. Diese Mittel stammen aus einer zweiten Immobilienholding mit dem Namen Duchy of Lancaster.

Medienberichten zufolge unterstützte Charles die offiziellen Verpflichtungen seiner beiden Kinder mit etwa fünf Millionen Pfund pro Jahr – 2,3 Millionen davon gingen an seinen jüngsten Sohn. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge sprachen sich zwei Drittel der befragten Briten dafür aus, dem Paar diese finanziellen Mittel zu streichen.

Hinter den dicken Mauern des Buckingham-Palasts herrscht Krise, seit Prinz Harry und Herzogin Meghan am Mittwochabend ihren Rückzug als hochrangige Royals angekündigt haben, ohne die königliche Familie vorab von dem Schritt zu informieren.
Foto: Andrew Milligan, dpa

Doch auch ohne diese Einnahmen dürften die Sussexes so schnell keine Geldsorgen bekommen. Das Privatvermögen des Prinzen wird auf 30 Millionen Pfund geschätzt, das Geld stammt unter anderem aus dem Erbe von Prinzessin Diana. Und auch Meghan brachte ein Vermögen aus ihrer Schauspielkarriere in die Ehe. Zudem könnte das Paar durch Vorträge, die Arbeit in Wohltätigkeitsorganisationen, das Schreiben von Büchern oder den Verkauf von Souvenirartikeln oder Kleidung unter der königlichen Marke Sussex Einnahmen generieren. Es hat sich den Namen ihrer gemeinnützigen Stiftung, Sussex Royal, bereits vor einiger Zeit als Marke eintragen lassen. Am Mittwochabend noch ging eine Webseite online, die vor zehn Monaten im Hintergrund eingerichtet und seither vorbereitet wurde.

Während im Königreich weiterhin Aufregung wegen des beispiellosen Rückzugs herrscht, weilt Meghan bereits wieder in Kanada. Dort hatte sich die Familie zuletzt eine sechswöchige Auszeit gegönnt und nach dem Urlaub Sohn Archie bei einer Freundin gelassen. Manche sprachen am Freitag auch von einer Flucht der Herzogin.

Lesen Sie dazu auch: Bye bye, Königshaus! Der Rückzug von Harry und Meghan kam mit Ansage

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