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Schädliche Stoffe: Fingerfarben sind nichts für Kinderhände

Schädliche Stoffe

Fingerfarben sind nichts für Kinderhände

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    Das Malen mit Fingerfarben kann für Kinder gesundheitliche Risiken bergen, so die Zeitschrift ÖkoTest.
    Das Malen mit Fingerfarben kann für Kinder gesundheitliche Risiken bergen, so die Zeitschrift ÖkoTest. Foto: dpa Picture Allinace

    Kinder haben einen riesigen Spaß damit und Eltern müssen sich keine großen Gedanken machen, wenn mal ein Klecks Farbe statt auf dem Papier im Mund des Nachwuchs landet - so war bisher die einhellige Meinung über Fingerfarben.

    85 Prozent der Fingerfarben fielen im Test durch

    Doch wie die Zeitschrift ÖkoTest in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, ist der Umgang mit den bunten Malwerkzeug nicht so unbedenklich wie bislang angenommen. Im Test fielen von 14 getesteten Farben 12 Produkte mit den Noten "mangelhaft" oder gar "ungenügend" durch. Einzig die Farben der Hersteller SES und Nawaro konnten den Test mit sehr gut beziehungsweise gut bestehen.

    So birgt der Umgang mit den Farben ein höheres Risiko als der mit anderen Kinderspielsachen. Beim Malen mit den Farben kommt es, so Sicherheitsexperten, zu teilweise stundenlangem Kontakt mit der Haut und gerade kleinere Kinder verschlucken oft eine nicht geringe Menge der bunten Stoffe. Um das zu verhindern, gibt es bereits einen darauf zugeschnittenen Absatz in der Spielzeugnorm.

    Zusatzstoffe in Fingerfarben gesundheitlich bedenklich

    Dieser regelt die Zusammensetzung der Fingerfarben. Um Kinder vom Verzehr der Farben abzuhalten, muss den Produkten ein Bitterstoff zugesetzt werden. Wie ÖkoTest berichtet, ist einer dieser Stoffe Naringin, das auch in Grapefruits vorkommt. Ein anderer trägt den Namen Denatoniumbenzoat und gilt als die bitterste bekannte Substanz.

    Während die Farben hauptsächlich aus Wasser bestehen, werden außerdem Füll- und Farbstoffe sowie Feuchthalte- und Bindemittel zugesetzt. Außerdem, so ÖkoTest, mischen die Hersteller den Farben Konservierungsmittel bei, die das Entstehen schädlicher Keime verhindern sollen, wenn die Farben offen gelagert werden oder die Kinder mit schmutzigen Fingern in die Farbtöpfe greifen.

    Krebserregende Stoffe in Fingerfarben gefunden

    Bedenklich ist dabei allerdings, dass die Konservierungsstoffe selbst ebenfalls gesundheitsschädliche Wirkungen haben. Zwar wird in der Spielzeugnorm ein Grenzwert festgelegt, doch wie ÖkoTest in seiner neuen Ausgabe schreibt, enthalten manche Farben Stoffe wie o-Anisidin.

    Während der Grenzwert zwar nicht überschritten wird, gilt die Substanz trotzdem als krebserregend und hat somit nichts in Kinderspielsachen zu suchen. In einem der Produkte fand ÖkoTest sogar mehr von dem krebserregenden Stoff 2,4-Toluylendamin als gesetzlich erlaubt.

    Hersteller wollen die Farben nicht ändern

    Außerdem bemängelt ÖkoTest, dass in einem der getesteten Produkte vorgeschriebene Bitterstoffe vollkommen fehlen und so das Risiko erhöht wird, dass Kinder das Produkt in größeren Mengen verzehren.

    Experten des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart berichten, dass Wandfarbe mit einem derartigen Gehalt an Konservierungsstoffen mit dem Hinweis "Kann allergische Reaktionen hervorrufen" gekennzeichnet werden müsste. Das so etwas nicht in die Hände von Kindern gehört, erklärt sich daher von selbst.

    Laut der Zeitschrift ÖkoTest wurden die Hersteller der als schädlich befundene Farben bereits mit den Testergebnissen konfrontiert. Keiner, so ÖkoTest, reagierte jedoch darauf mit dem Versprechen, die Zusammensetzungen der Produkte zu ändern.

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