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Schlafen
04.11.2020

Guter Schlaf: Sind diese Schlafmythen wirklich wahr?

Schlaf-Weisheiten gibt es viele. Doch welche stimmen auch? Ein Experte klärt auf.
Foto: Jens Kalaene, dpa (Symbolbild)

Ist Alkohol eine gute Einschlafhilfe? Ist ein Mittagsschlaf sinnvoll? Und macht zu viel Schlaf wirklich müde? Wir haben einen Experten gefragt.

Wenn es ums Schlafen geht, fühlt sich fast jeder von uns als Experte. Immerhin haben wir alle schon unzählige Stunden Erfahrung gesammelt. Doch welche unserer vielen Weisheiten halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand und was ist schlichtweg Unsinn? Wir haben bei Professor Alexander Sauter vom Augsburger Schlaflabor nachgefragt.

Gut schlafen: Sieben Schlafmythen überprüft

1. Gibt es den perfekten Schlummertrunk?

Die einen schwören auf heiße Milch mit Honig, die anderen auf ein Glas Wein. Doch den perfekten Schlummertrunk gebe es nicht, sagt Sauter. Von hochprozentigen Einschlafhilfen rät er ab. "Alkohol wirkt zwar beruhigend, führt aber auch zu einem unruhigen Schlaf", warnt er. Auch von koffeinhaltigen Getränken sollte man die Finger lassen. Welches Getränk empfiehlt der Experte? Nichts einzuwenden habe er beispielsweise gegen Baldriantee, sagt er.

2. Ist ein kurzer Mittagsschlaf sinnvoll?

Nur für diejenigen, die auch nachts gut schlafen könnten, sagt Sauter. Nach einem kurzen Power-Nap sei man anschließend leistungsfähiger und fitter. Allerdings sollte der Mittagsschlaf nicht eine halbe Stunde überschreiten. Ansonsten könnte man beim abendlichen Einschlafen Probleme bekommen. Menschen mit Schlafstörungen sollten dagegen keinen Mittagsschlaf einlegen, sagt Sauter. Das könnte den Schlafdruck herabsetzen und so das Ein- und Durchschlafen in der Nacht stören.

3. Hat jeder Albträume?

Nein, sagt Sauter. Albträume wiesen auf offene und versteckte Konflikte hin, die die Schlafenden beschäftigten. Häufig steckten auch Schlafstörungen dahinter. "Wenn Patienten davon träumen, dass sie ertrinken, haben sie im Schlaf oft mit Atmungsstörungen zu kämpfen", erzählt Sauter. Gute Nachrichten hat der Experte für diejenigen, die nicht an Schlafstörungen leiden. "Diese Menschen haben in der Regel ihr Leben gut im Griff."

4. Sollte man besser vor Mitternacht ins Bett gehen?

Eine Stunde Schlaf vor Mitternacht sei besser als zwei danach, sagt eine Weisheit. Doch stimmt das? "Medizinisch gesehen ist das egal", sagt Sauter. Die einen gingen eben schon um 22 Uhr ins Bett, die anderen seien noch weit nach Mitternacht wach. Verwerflich sei beides nicht, sagt Sauter. Wichtiger sei es, lang genug zu schlafen. Heißt: üblicherweise mindestens sechs Stunden pro Nacht.

5. Braucht man im Sommer weniger Schlaf als im Winter?

"Wir brauchen immer ungefähr gleich viel Schlaf", sagt Sauter. Dass trotzdem viele Menschen einen anderen Eindruck hätten, erklärt sich der Schlafexperte so. Im Winter sei es dunkler und trüber. Umso weniger bewegten sich die Menschen. Im Sommer, wenn die Täge länger werden, seien die Leute aktiver. Die Schlafzeit werde tendenziell kürzer.

6. Sollte man das Bett an die wärmste Wand des Zimmers stellen, um optimal schlafen zu können?

Das kann Sauter nicht bestätigen. Er empfiehlt stattdessen zweierlei: Im Raum sollte es 19 bis 20 Grad Celsius haben - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zudem sollte das Zimmer abgedunkelt sein. Elektrische Geräte wie Handys oder Laptops solllte man wegen der Strahlung übrigens ausschalten und mindestens einen Meter vom Körper fernhalten.

7.  Macht zu viel Schlaf müde?

Für Menschen ohne Schlafstörungen gelte das nicht, sagt Sauter. Wer unter der Woche zu wenig geschlafen habe, könne das Defizit durchaus am Wochenende aufholen, ohne danach erneut müde zu sein. Anders sehe es dagegen bei Leuten mit Schlafproblemen aus. "Sie werden auch bei ausgiebigem Schlaf nicht fitter, denn selbst dann bleibt der Körper immer im Notfallsystem", erzählt der Experte.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Gesundheit.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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