Auch im Herbst passiert es immer wieder, dass Eichhörnchenbabys sterben, weil die Mutter verschwunden ist oder der Kobel zerstört wurde. Eichhörnchen bekommen zweimal im Jahr Junge - im Frühjahr zwischen März und Mai und im Sommer zwischen Juni und August. Wenn es im Herbst kälter wird, sind vor allem die ganz Kleinen immer wieder auf menschliche Hilfe angewiesen.
Anhängliche Eichhörnchenbabys brauchen Hilfe
Im Gegensatz zu anderen Wildtieren darf man Eichhörnchen-Findelkinder anfassen, teilt der "Eichhörnchen Notruf e.V." mit. Die Mutter nimmt es danach trotzdem wieder an. Wenn ein Jungtier einem Menschen hinterherläuft oder sogar am Hosenbein hochklettert, ist das dem Verein zufolge kein Anzeichen von Tollwut oder anderen übertragbaren Krankheiten, sondern ein Hilferuf. Dies gilt jedoch nur für die Babys. Erwachsene Eichhörnchen sollte man nur mit Handschuhen oder einem großen Handtuch anfassen, um Bisse und die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.
Wer ein scheinbar verwaistes Eichhörnchen findet, sollte es zunächst beobachten. Es kann sein, dass die Mutter innerhalb kurzer Zeit kommt und das Jungtier wieder in den Kobel holt. Ist das nicht der Fall, ist es leichte Beute für Katzen, Hunde oder Raben. Dann sollte man außerdem nach Geschwistern suchen - ein Wurf besteht aus zwei bis sechs Jungtieren.
Tierärzte behandeln meist kostenlos
Wer sich die Erstversorgung nicht zutraut, kann sich direkt an den Eichhörnchen Notruf wenden oder einen Tierarzt kontaktieren - die meisten behandeln Wildtiere kostenlos. Man sollte sich aber vorher informieren, ob der Mediziner generell Wildtiere behandelt.
Für das Überleben der kleinen Nager ist es wichtig, dass die Körpertemperatur stabil ist - Eichhörnchen kühlen sehr schnell aus. Hierzu eignen sich Wärmflaschen (kein kochendes Wasser) oder Körnerkissen, empfiehlt der Eichhörnchen Notruf. Wichtig ist auch, dass die Tiere sich an einem stillen Platz ausruhen können.
Außerdem sind die Tiere meistens dehydriert. Man sollte sie aber keinesfalls mit Milch oder Ähnlichem füttern! Geeignet ist beispielweise abgekochtes Wasser (200 ml) mit etwas Traubenzucker oder Honig (2 Teelöffel) und eine kleine Prise Satz, so der Verein. Die Flüssigkeit abkühlen lassen und tropfenweise mit einer Pipette oder Spritze verabreichen.
Damit die Versorgung nicht wieder zur Gefahr für die Babys wird, sollte man beobachten, ob das Tier schon selbstständig urinieren kann. Eichhörnchenbabys bis zur siebten Woche können das noch nicht eigenständig. Hier muss mit einem weichen Tuch und einer Massage weitergeholfen werden.
Hier können Sie ein verwaistes Eichhörnchen abgeben
Damit das Tier auch nach der Erstversorgung gut aufgehoben ist, empfehlen der Eichhörnchen-Notruf und der Verein Eichhörnchen-Schutz, das Tier in einer Wildtierstation abzugeben. Hier finden Sie eine Station in Ihrer Nähe.
Den Service des Eichhörnchen-Notrufs erreichen Sie von Montag bis Sonntag unter 0700 – 200 200 12, bis September von 10-12 Uhr und von 17-19 Uhr, ab Oktober von 17-19 Uhr.