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Tod eines schwarzen Teenagers: Obama fordert lückenlose Aufklärung und spricht von Tragödie

Tod eines schwarzen Teenagers

Obama fordert lückenlose Aufklärung und spricht von Tragödie

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    Nach dem US-weiten Aufschrei über den Todesschuss auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin hat Präsident Barack Obama den Eltern des Opfers sein Mitgefühl ausgesprochen. «Wenn ich einen Sohn hätte, er würde wie Trayvon aussehen», sagte der Präsident.
    Nach dem US-weiten Aufschrei über den Todesschuss auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin hat Präsident Barack Obama den Eltern des Opfers sein Mitgefühl ausgesprochen. «Wenn ich einen Sohn hätte, er würde wie Trayvon aussehen», sagte der Präsident. Foto: Chris Kleponis dpa

    Die "Tragödie" um den Tod von Trayvon Martin müsse voll aufgearbeitet werden, sagte Obama am Freitag in Washington. Tausende Menschen verlangten bei einer Kundgebung in Florida eine Bestrafung des Schützen, der in Notwehr gehandelt haben will.

    Obama: "Wenn ich einen Sohn hätte, würde er aussehen wie Trayvon"

    Mit Blick auf die wieder aufgeflammte Debatte um unterschwelligen Rassismus in Teilen der US-Gesellschaft rief der Präsident das Land dazu auf, sich einer "Gewissensprüfung" zu unterziehen. "Wenn ich an diesen Jungen denke, denke ich an meine  eigenen Kinder", ergänzte Obama. Er könne nachempfinden, was dessen  Eltern nun durchmachten. "Wenn ich einen Sohn hätte, würde er aussehen wie Trayvon", sagte der erste afroamerikanische  US-Präsident.  Der Vorfall müsse sehr ernst genommen werden und die Eltern hätten das Recht zu erwarten, "dass wir auf den Grund dessen gehen, was genau passiert ist", betonte Obama.

    Ein Bürgerwehr-Mitglied erschoss den 17-Jährigen

    Der 17-jährige Trayvon Martin war am Abend des 26. Februar in Sanford im Bundesstaat Florida von einem 28-jährigen Mitglied einer Bürgerwehr erschossen worden. Der Jugendliche war unbewaffnet und  befand sich auf dem Weg zur Wohnung der Verlobten seines Vaters.  Der weiße Schütze George Zimmerman erklärte, aus Notwehr gehandelt  zu haben. Die Polizei schenkte seinen Angaben Glauben und nahm ihn  nicht fest. Dabei beriefen sie sich auf das "Stand Your Ground"-Gesetz (Weiche nicht zurück), das den Menschen in Florida  ein besonders weitgehendes Recht auf Selbstverteidigung einräumt.

    Bevölkerung empört über Polizei in Florida

    Erst angesichts wachsender Empörung über das Vorgehen der  Polizei in Sanford wurden die Behörden aktiv. Mittlerweile leiteten das US-Justizministerium und die Bundespolizei FBI Ermittlungen  ein. Eine sogenannte Grand Jury soll am 10. April klären, ob die  Beweise gegen Zimmerman ausreichen, um Anklage zu erheben. Im  Internet unterzeichneten rund 1,5 Millionen Menschen eine Petition, die seine Strafverfolgung fordert.

    Nach Angaben der Polizei versammelten sich am Donnerstagabend  (Ortszeit) bis zu 20.000 Menschen in einem Park von Sanford zu einer friedlichen Kundgebung. An der Demonstration nahmen auch Religionsvertreter und der afroamerikanische Bürgerrechtler Al Sharpton teil. "Der Rassenfaktor hat ganz bestimmt eine Rolle  gespielt", sagte die 33-jährige Karen Curry. "Wie kann es sein, dass die Polizei den Kerl nicht festgenommen hat, der einen jungen Mann erschossen und ihn wie Abfall liegen lassen hat?"

    Polizeichef legt Amt nieder

    Der umstrittene Polizeichef von Sanford hatte am Donnerstag sein Amt vorübergehend niedergelegt. Bill Lee erklärte, seine Rolle als Leiter der Polizeistation sei zu einer "Ablenkung" für die Ermittlungen geworden. Der Stadtrat hatte ihm zuvor das Vertrauen entzogen.

    Der Vater des getöteten Teenagers bezeichnete die  Amtsniederlegung bei der Demonstration in Sanford als unzureichend. "Der vorübergehende Rücktritt ist nichts", sagte Tracy Martin vor  den Demonstranten. "Wir wollen eine Verurteilung und wir wollen  eine Verhaftung des Mörders unseres Sohnes." Zu der Demonstration waren Menschen aus ganz Florida und aus Nachbarstaaten angereist.

    Debatte um unterschwelligen Rassismus

    Der Umgang mit dem Tod des Teenagers hatte die Debatte um die  Benachteiligung von Afroamerikanern im US-Justizsystem und  unterschwelligen Rassismus in Teilen der US-Gesellschaft wieder aufflammen lassen. Die Familie des Schützen wies die Vorwürfe eines  rassistischen Mordes aber zurück und betonte, dass Zimmerman  hispanische Wurzeln habe. afp, dpa

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