Die Überzieh-Warnung warnt Piloten zum Beispiel eindringlich vor zu langsamer Geschwindigkeit. Nach den Ermittlungen hatte die überziehwarnung kurz vor dem Absturz eine knappe Minute lang einen akustischen Alarm gegeben. Nachdem der Airbus aber schon fürs Fliegen zu langsam geworden war, verstummte das Geärt und schaltete sich später mehrmals kurz ein. Dies könnte die Besatzung verwirrt haben, meinte der Leiter der französischen Flugunfallbehörde BEA, Jean-Paul Troadec, bei der Vorstellung eines dritten Zwischenberichts. Auch Air France hatte auf das verwirrende Verhalten der Überzieh-Warnung hingewiesen.
Zuvor hatten die Ermittler genau diesen Hinweis auf das verwirrende Verhalten der Überzieh-Warnung nach Medienangaben aus ihrem Bericht gestrichen, kurz bevor der dieser veröffentlicht wurde.
Nachdem die Streichung bekannt wurde, erwägen sie nun eine Sicherheitsempfehlung, meldeten am Mittwoch übereinstimmend mehrere französische Medien. Die Fluggesellschaft Air France hat deswegen bereits die europäische Luftfahrtbehörde AESA kontaktiert, berichtete die Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Mittwochausgabe).
In ihrem Bericht hatten die Ermittler das Verhalten der Piloten des abgestürzten Airbus A330-200 in Frage gestellt, die nicht angemessen auf die Situation reagiert hatten. Die BEA hatte mehrere Sicherheitsempfehlungen herausgegeben. Sie bezogen sich auf den Flugbetrieb, die Flugzeugzulassung und die Flugschreiber, nicht aber die Überziehwarnung.
Unter den Toten waren 28 Deutsche gewesen. Das Wrack der Maschine war erst im April dieses Jahres gefunden worden. dpa