Nach dem Fund eines toten Babys in Potsdam hat die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Leiche des neugeborenen Mädchens sollte noch am Freitag obduziert werden, um die Todesursache zu ermitteln, sagte Sprecher Tom Köpping auf dapd-Anfrage.
Ein Anwohner hatte die Leiche am Freitagmorgen gegen 9.30 Uhr in einem Garagenkomplex in Potsdam-West entdeckt, wie Polizeisprecherin Katrin Laurisch berichtete. Der ältere Mann wollte sein Auto aus der Garage holen. Auf dem Weg dorthin entdeckte er ein Handtuchbündel. Darin befand sich das Baby.
Am Fundort in Nähe eines Bahndamms kamen zahlreiche Ermittler zum Einsatz. Ein Teil des Garagenkomplexes, der sich an ein Plattenbau-Viertel aus DDR-Zeiten anschließt, wurde mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Anwohner äußerten die Vermutung, dass das Baby möglicherweise aus einem fahrenden Zug geworfen wurde. Auf dem Bahndamm verkehrt unter anderem die Regionalbahn Potsdam-Michendorf.
Spürhunde sollen Hinweise geben
Die Polizei ging zunächst davon aus, dass das Kind hinter den Garagen abgelegt wurde. Jedoch werde auch geprüft, ob es möglicherweise aus einem Zug geworfen wurde, sagte Laurisch. Am Fundort wurden auch verschiedene Spürhunde eingesetzt. So erhofften sich die Ermittler von Leichenspürhunden Hinweise darauf, ob das Baby bereits tot abgelegt wurde und von wo aus die Leiche zum späteren Fundort gebracht wurde.
Personenspürhunde der Berliner Polizei sollten hingegen Hinweise darauf geben, wer das Baby abgelegt hatte. Zudem wollte die Polizei am Nachmittag Fotos von dem Handtuch veröffentlichen, um möglicherweise Hinweise auf die Eltern des Babys zu bekommen.
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) reagierte mit Bestürzung und Fassungslosigkeit auf die Nachricht. "Wenn kleine Kinder sterben, ist das immer das größte Unglück", sagte er. Einen Tag vor dem Weihnachtsfest könne jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Jakobs bat alle Potsdamer, das Baby in ihre Weihnachtsgebete aufzunehmen. dapd