Eine Eule und ein Entenküken blicken - Seite an Seite - neugierig aus einem Nistkasten. Dieser unglaubliche Schnappschuss ist der amerikanischen Hobby-Fotografin Laurie Wolf aus dem US-Bundesstaat Florida geklückt. Sie entdeckte die beiden in ihrem Garten in Jupiter, wo sie mehrere Nistkästen aufgestellt hatte.
Schon in den Wochen zuvor hatte sie beobachtet, dass sich eine Kreischeule in dem Kasten eingenistet hatte. Deshalb dachte sie erst, das kleine, flauschige Knäuel sei ein Eulenbaby. Das berichtete die Zeitschrift National Geographic aauf ihrer Website Doch als sich der Himmel verdunkelte und ein Sturm aufzog, blickten plötzlich Mama und Adoptivkind aus dem Loch - zum Erstaunen von Wolf und ihrem Mann.
Kreischeule brütet fremdes Ei aus
"Die beiden saßen einfach da, Seite an Seite. Es ist unglaublich, ich kann es bis heute nicht glauben", sagte Wolf gegenüber National Geographic. Schließlich sieht man so ein Bild nicht alle Tage. Dabei ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass Entenküken von einem anderen Vogel ausgebrütet werden. Laut National Geographicsind die in Nordamerika typischen Brautenten nämlich sogenannte Brutparasiten - ähnlich wie der weitaus bekanntere Kuckuck. Sie legen ihre Eier in das Nest anderer Brautenten oder verwandter Vogelarten. So kann es schon einmal vorkommen, dass ein Ei bei einem anderen Vogel landet oder, wie in Jupiter, bei einer Kreischeule.
Und tatsächlich: In einem Facebook-Post schrieb die Amerikanerin, dass sie wenige Wochen zuvor eine weibliche Brautente dabei beobachtet hatte, wie sie ein Ei aus einem anderen in diesen Nistkasten verfrachtete. Scheinbar hat die Eule den Unterschied zu den eigenen Eiern nicht bemerkt und fleißig das Ei der Brautenten-Mama ausgebrütet.
Familienglück nur von kurzer Dauer
Das ungewöhnliche Familienglück war allerdings nicht von langer Dauer. Als Wolf wieder nach dem Küken sehen wollte, hörte sie es nach seinen Eltern rufen. Dann stürzte es sich aus dem Nest und watschelte durch die Hecke in Richtung des Teichs auf dem Nachbarsgrundstück. Dort hatten sich mehrere Brautenten niedergelassen, so Wolf in ihrem Post. Ob es tatsächlich die Familie des kleinen Entenkükens war, ist unklar. Aber laut National Geographicschließen sich Brautenten auch gerne anderen Familien an.