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Unglück: Was geschah auf Flug AF 447?

Unglück

Was geschah auf Flug AF 447?

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    Roboter fanden ein Trümmerfeld und fotografierten Teile des Wracks.
    Roboter fanden ein Trümmerfeld und fotografierten Teile des Wracks. Foto: Foto: afp

    Paris Es ist eine der schwersten und zugleich rätselhaftesten Katastrophen in der französischen Luftfahrt: der Absturz eines Airbus A330-203 des Air France-Linienflugs AF 447 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris, in der Nacht auf den 1. Juni 2009. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter 28 Deutsche. Seit fast zwei Jahren laufen die Ermittlungen nach Unfallursache und -hergang. Beides blieb wegen der verschollenen Flugschreiber bislang im Dunkeln. Nun gibt es wieder Hoffnung auf eine Aufklärung der Geschehnisse.

    Mehr als 1000 Kilometer von der brasilianischen Küste entfernt und unweit der letzten Positionsmeldung der Unglücksmaschine wurde am Sonntag ein Trümmerfeld am Grund des Atlantiks in 4000 Metern Tiefe geortet, wie Jean-Paul Troadec, Direktor der französischen Flugunfallermittlungsbehörde BEA, mitteilte. Die gefundenen Wrackteile, darunter Triebwerke und Teile der Tragfläche, konnten der Air-France-Maschine zugeordnet werden. Transportministerin Nathalie Kosciusko-Morizet zufolge befinden sich Leichen in den Resten der Passagierkabine, die ferngesteuerte Tauchroboter des Typs Remus fotografierten. Identifizierungen werden möglich sein, kündigte die Ministerin an. Die Bergung der Leichen und der Wrackteile könne mit einem Spezialschiff in spätestens einem Monat beginnen.

    Jean-Baptiste Audousset, Vorsitzender einer Hinterbliebenen-Vereinigung, sprach von einem Wendepunkt, der Hoffnung gebe. Erst ein Auffinden und eine Auswertung der Datenrekorder, die Messwerte und Gespräche im Cockpit aufzeichnen, wäre jedoch ein echter Durchbruch. Verkehrs-Staatsminister Thierry Mariani schwächte überzogene Erwartungen ab. Die Datenrekorder seien seit fast zwei Jahren versenkt. Sollte man sie finden, müssten sie noch funktionieren, sagte er.

    Die Unglücksursache zu ermitteln, sei letztlich nur mithilfe der Datenrekorder möglich, erklärte ein Airbus-Sprecher. Die Tatsache, dass die Teile nur in einem kleinen Umkreis verteilt seien, stärke die Vermutung, dass das Flugzeug nicht in der Luft zerbrach, hieß es aus Ermittlungskreisen. Bei der Mitte März gestarteten Suche handelt es sich bereits um die vierte Aktion dieser Art. Sie kostet Air France und Airbus rund neun Millionen Euro. Insgesamt investierten beide Unternehmen 21,6 Millionen Euro in eine der teuersten Suchen nach einer Unglücksmaschine überhaupt.

    Laut Ermittlungen der BEA könnte ein Ausfall der sogenannten Pitot-Sonden des französischen Herstellers Thales zur Geschwindigkeitsmessung mitverantwortlich für den Absturz, aber nicht die einzige Ursache sein. Die automatisch gefunkten Meldungen des Flugzeugs und die aus dem Meer gefischten Wrackteile reichten für eine genauere Klärung nicht aus, hieß es. Offenbar war das Flugzeug, das in eine Unwetterfront gekommen war, mit sehr hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser aufgeschlagen, nachdem mehrere Geräte und der Autopilot ausgefallen waren.

    Im März wurden Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Airbus und Air France eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, zu spät auf Fehlermeldungen über die Sonden reagiert zu haben. (mit afp)

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