Viele Autos schlittern derzeit auf den glatten Straßen, oft kracht es: Die Autobahnen waren diese Woche bei Günzburg und Bad Wörishofen stundenlang gesperrt, nachdem sich Lastwagen quergestellt haben. Die Allgäuer Polizei muss zurzeit zu mehr als doppelt so vielen Unfällen wie üblich ausrücken. Zwar dürfen seit 2010 Autos und Lastwagen bei verschneiten oder gefrorenen Straßen laut Gesetz nur mit Winterreifen fahren – doch viele halten sich nicht daran.
Polizeigewerkschaft: 250 Euro für falsche Reifen
Damit sich das ändert, fordert jetzt die Polizeigewerkschaft, das Bußgeld für Sommerreifen im Winter zu vervierfachen, von derzeit 60 Euro auf mindestens 250 Euro. Der bayerische Gewerkschaftssprecher Peter Schall glaubt, dass dies Winterreifen-Muffel zum rechtzeitigen Wechsel motiviere. „Die derzeitigen Bußgelder schrecken niemanden ab“, sagt Schall.
Allerdings haben die Beamten ein Problem bei der Kontrolle: Für die Polizei ist es schwierig, Fahrer mit Sommerreifen zu erwischen, denn Winterreifen sind nur bei „winterlichen Verhältnissen“ Pflicht. Ein Bußgeld wird nur fällig, wenn auf der Straße Schnee, Eis oder Matsch liegt.
Dann hat die Polizei allerdings, wie dieser Tage, alle Hände voll damit zu tun, Unfälle aufzunehmen. Die Polizeigewerkschaft will, dass Reifen-Sünder künftig mehr als einen Punkt in Flensburg bekommen. Und bei Lastwagen, die mit den falschen Reifen unterwegs sind, sollen auch die Halter der Fahrzeuge, also die Spediteure, bestraft werden.