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Jüdischer Feiertag

09.10.2019

Was ist "Jom Kippur"?

"Jom Kippur" hat begonnen. Das ist ein hoher jüdischer Feiertag. Hier zu sehen: die Synagoge in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner (Archivfoto)

Jom Kippur hat begonnen - einer der wichtigsten jüdischen Feiertage. Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Fragen und Antworten zu Jom Kippur.

Jom Kippur hat begonnen, einer der wichtigsten jüdischen Feiertage überhaupt. Doch die wenigsten wissen, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Dr. Henry Georg Brandt, Gemeinde-Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg, beantwortete uns im Jahr 2016 die wichtigsten Fragen zu Jom Kippur. Hier noch einmal seine Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Bedeutung: Was genau ist Jom Kippur?

Im Herbst feiern Juden laut Brandt die "großen Herbstfeiertage", die mit dem jüdischen Neujahr beginnen und zehn Tage andauern. Ihren Höhepunkt erreichen sie mit Jom Kippur, auf Deutsch oft "Versöhnungstag" genannt, der die Herbstfeiertage abschließt. "Jom Kippur geht von einem Abend bis zum nächsten", erklärt der Experte.

Ablauf: Wie wird der Feiertag begangen?

Der Rabbiner Brandt gab uns einen Einblick: "Man geht in sich und betrachtet sich und seine Lebensweise kritisch." Jeder versuche, sich mit allem, was er gut gemacht habe, aber auch mit all seinen Verfehlungen auseinanderzusetzen. So soll laut Brandt versucht werden, das eigene Leben und die eigene Lebensweise zu verbessern. "Bei Jom Kippur soll jeder versuchen sich mit seinen Mitmenschen - aber auch mit Gott - zu versöhnen", sagt Brandt. Der Feiertag sei deswegen einer der wichtigsten im jüdischen Kalender, weil er den Einzelnen wesentlich mehr "berühre", als alle anderen Feste.

An Jom Kippur werde gefastet, einen Großteil der Zeit verbringen die Gläubigen laut Brandt im Gottesdienst in der Synagoge. Dabei wird gebetet - teils jeder für sich, teils gemeinsam. "Dabei können sich die Gebetstexte auch wiederholen", sagt er. Im Laufe der Jahrhunderte habe sich eine sehr reichhaltige, einzigartige Liturgie entwickelt. Insgesamt sei Jom Kippur ein eher ruhiger Festtag - "ohne große Dramatik", beschreibt Brandt.

Der Rabbiner der israelischen Kultusgemeinde Schwaben Augsburg, Henry Georg Brandt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ursprung: Woher stammt Jom Kippur?

"Es gibt kein spezielles Datum oder Ereignis in der jüdischen Geschichte, das als Ursprung des Festes gilt", sagt Brandt. Der Feiertag sei schon sehr alt: Belege für Jom Kippur gebe es bereits in der Bibel. "Natürlich streiten sich Experten darüber, von wann diese Texte genau stammen. Aber es ist sicher, dass sie älter als 3000 Jahre sind", erklärt Brandt. Jom Kippur habe es also schon in der vorbiblischen, frühjüdischen Zeit gegeben. "Vor allem in Jerusalem - als die großen Tempel dort noch standen - fanden zu dieser Zeit große Zeremonien statt", sagt Brandt.

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