Zeitumstellung: In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Dann gilt wieder die Winterzeit, genauer: die Normalzeit.
Zeitumstellung: Tipps gegen den Herbstblues
Die Uhren werden wieder von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Für viele Menschen bedeutet die dunkle Jahreszeit dann ständige Müdigkeit. Ursache für Trübsinn und Müdigkeit sei das fehlende Tageslicht, sagt der Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley aus Regensburg.
Denn bei der Zeitumstellung im Herbst werden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgedreht. Dadurch wird es früher dunkel: Ging die Sonne vorher gegen 18 Uhr unter, tut sie es nach der Umstellung schon um 17 Uhr.
Die verlängerte Nacht dürfte dem Biorhythmus keine Probleme bereiten - im Gegenteil: "Über einen Tag mit 25 Stunden freut sich unsere innere Uhr sogar, denn das ist genau ihr angeborener Rhythmus", erklärt Zulley.
Probleme macht aber das fehlende Licht: "Bei Dunkelheit schüttet der Körper das Hormon Melatonin aus. Es sorgt dafür, dass wir müde werden", erklärt Zulley. Bei Licht hingegen werde Serotonin produziert, das die Stimmung aufhellt.
Der Schlafforscher rät daher, sich tagsüber so viel wie möglich draußen aufzuhalten. "Eine halbe Stunde sollte es täglich mindestens sein", rät er. "Auch, wenn es uns an trüben Tagen nicht so vorkommt, so reicht das Tageslicht selbst bei wolkenverhangenem Himmel aus, um uns aufzuwecken. Es ist immer noch um ein Vielfaches heller als das Licht von Lampen."
Lampen aber sind immerhin hilfreich am frühen Morgen, wenn man bei tiefster Dunkelheit kaum aus dem Bett kommt. "Dann sollte man gleich das Licht anschalten, und zwar in der gesamten Wohnung. Denn das sorgt erst einmal schon für Helligkeit", sagt der Wissenschaftler. Den Kreislauf brächten Wechselduschen in Schwung. Er empfiehlt überdies, sich täglich zu bewegen - auch wenn sich die meisten Menschen bei Nieselregen und Kälte am liebsten auf dem Sofa verkriechen möchten. "Bewegung sorgt zusätzlich dafür, dass wir uns wohler und ausgeglichener fühlen."
Dass der Mensch im Herbst und Winter in eine Art Winterschlaf falle, findet Zulley nur natürlich. "Wir sollten in diesen Monaten im Rhythmus der Natur leben und mehr zur Ruhe kommen." (dpa)
1980 wurde die Zeitumstellung in Deutschland eingeführt. Hauptmotiv für das "Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung (EinhZeitG)" mit seinem Paragrafen 5 ("Ermächtigung zur Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit") war die "bessere Ausnutzung der Tageshelligkeit". Experten hatten errechnet, dass damit der Stromverbrauch um 0,15 Prozent zurückgeht.
Was beim Energie sparen helfen soll - und dabei umstritten ist - nervt allerdings viele Menschen. Fast jeder zweite Deutsche findet die zweimalige Zeitumstellung im Jahr lästig. 48 Prozent der Befragten gaben vergangenes Jahr in einer Umfrage an, dass sie die Zeitumstellung stört. Nur eine knappe Mehrheit von 52 Prozent hat sich mit der Zeitumstellung abgefunden.
Zeitumstellung 2013 in der Nacht zu Sonntag
Männer und Ostdeutsche, auch das ergab die Umfrage, sind zufriedener mit der Zeitumstellung als Westdeutsche und Frauen. So fühlt sich die Hälfte der Westdeutschen (50 Prozent) davon belästigt, in Ostdeutschland sind dies nur 38 Prozent.
Winterzeit ist offiziell Normalzeit
Der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit kann, das haben Untersuchungen ergeben, für einige Zeit Probleme mit dem Schlafrhythmus bringen. Die Krankenversicherung KKH rät, die Tage rund um die Zeitumstellung nicht im Bett zu verbringen, sondern sich an der frischen Luft zu bewegen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und das Immunsystem zu stärken.