Neben der Asiatischen Hornisse wird die Ausbreitung einer weiteren invasiven Art mit Sorge betrachtet: die Tapinoma magnum. Denn: Die Ameisen unterhöhlen Bürgersteige, Mauern sowie Leitungen und verursachen dadurch immer wieder erhebliche Schäden.
In Karlsruhe hat sich die Ameisenart bereits in mehreren Stadtteilen ausgebreitet. Im Jahr 2025 waren Neureut, Rintheim, Rüpurr sowie die Oststadt besonders betroffen. Mit Ameisenbekämpfern, dem Einsatz von Heißwassergeräten sowie mehr Aufklärung in der Bürgerschaft inklusive zentraler Meldestelle geht die Stadt gegen die Ameisen vor. Haben die Maßnahmen Wirkung gezeigt?
Bekämpfung konnte noch nicht starten
In einem Pressegespräch am 14. April informierten die erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach sowie der kommunale Schädlingsbekämpfer Max Wierzewski und Karen Eßrich, Koordinatorin zur Bekämpfung invasiver Arten, über den aktuellen Projektstand.
Durch die neu von der Stadt eingestellten geprüften Schädlingsbekämpfer wurden die betroffenen Gebiete umfangreich untersucht. Die beruhigende Nachricht sei, dass keine gänzlich neuen Befallsgebiete hinzugekommen sind. Allerdings seien die bestehenden Gebiete gewachsen, besonders in Neureut. Insgesamt gebe es in Karlsruhe acht Kolonien, zwei davon werden aufgrund ihrer Größe als Superkolonien bezeichnet. „Der Leidensdruck in Neureut ist sehr hoch, da sie dort seit mehreren Jahren betroffen sind“, sagt Karen Eßrich.
Die eigentliche Bekämpfung durch die Stadt kann aktuell lediglich durch das Auslegen von Ködern erfolgen. Denn: Das bestellte Heißwassergerät lässt aufgrund von Lieferschwierigkeiten weiterhin auf sich warten. Sobald es eintrifft, sollen die Nester in den betroffenen Gebieten über mehrere Wochen hinweg täglich behandelt werden, mit dem Ziel, die Kolonien auszurotten.
Bekämpfung Zuhause ist Privatsache
Wichtig sei laut dem Schädlingsbekämpfer eine langzeitige Anwendung der Maßnahmen. Aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen sind Privatpersonen auf ihrem Grund selbst für die Bekämpfung der Ameisen zuständig. Die Stadt übernehme nur den öffentlichen Bereich, wie auf Straßen oder Spielplätzen. Folgende Hinweise gibt Max Wierzewski zur privaten Schädlingsbekämpfung:
- Mülltonnen abdichten, um Futterquellen zu verknappen
- Heißes Wasser langsam und kontrolliert in Nesteingänge geben
- Ameisenköderdosen oder Gieß- und Streugranulate großzügig und regelmäßig anwenden
„Es benötigt mehrere Behandlungen pro Woche über einen längeren Zeitraum hinweg“, rät Wierzewski. Professionelle Schädlingsbekämpfer können Sie unter dsvonline.de finden. Die Kosten dafür müssen von Privatpersonen selbst getragen werden. Eine Prüfung der Ameisenart wird kostenlos durch die Schädlingsbekämpfer der Stadt durchgeführt. Meldungen können per E-Mail an sbk@gba.karlsruhe.de erfolgen.
Stadt Karlsruhe setzt auf Unterstützung der Bürger
Wegen der rechtlichen Bestimmungen endet die Bekämpfung der Stadt an der Grenze zum Privateigentum. Deswegen sei die Stadt auf Mithilfe aus der Bürgerschaft angewiesen. Aber auch Land und Bund sieht Bügermeisterin Lisbach in der Pflicht. „Es muss an der Bekämpfung geforscht werden. Außerdem wäre eine finanzielle Unterstützung von Bund und Land notwendig“, sagt Lisbach.
Ob die Bekämpfung erfolgreich sein wird, werde sich gegen Ende des Jahres zeigen.
Alles zur Karlsruher Tapinoma magnum Invasion
ka-news hat die wichtigsten Informationen zur Ausbreitung der Tapinoma magnum in Karlsruhe zusammengefasst. Hier erfahren Sie alles, was es über die invasive Ameisenart zu wissen gibt:
- Wie erkenne ich die Tapinoma magnum und wie kann ich sie von heimischen Ameisen unterscheiden?
- Wo kann ich einen Befall melden?
- Vier Tipps, wenn ich die Tapinoma magnum schon im Garten habe.
- Wie kann ich einem Befall vorbeugen?
- Wie kam die Tapinoma magnum nach Karlsruhe?
- Wie will die Stadt gegen die invasie Ameise vorgehen?
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren