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Archäologie: Erstmals keltisches Fürstengrab im Taunus entdeckt

Archäologie

Erstmals keltisches Fürstengrab im Taunus entdeckt

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    Bei den Ausgrabungen wurden als Grabbeigaben auch mehrere goldene Ringe entdeckt.
    Bei den Ausgrabungen wurden als Grabbeigaben auch mehrere goldene Ringe entdeckt. Foto: Andreas Arnold/dpa

    Bei archäologischen Erkundungen im Zuge von Bauarbeiten für einen Solarpark nahe Bad Camberg im Taunus ist ein keltisches Fürstengrab entdeckt worden. Der Fund sei von europäischer Bedeutung, sagte der hessische Landesarchäologe Udo Recker. Über die Entdeckung lasse sich „die bis dato nur angenommene Präsenz einer lokalen keltischen Elite nachweisen“. Das Grab werde nun mittels neuester Untersuchungsmethoden erforscht. Die Archäologen erhoffen sich dadurch wichtige Erkenntnisse über die Eisenzeit.

    Zeitlich dürfte das Grab nach den Worten Reckers aus der Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus stammen und damit aus einer ähnlichen Zeit wie der weltberühmte „Keltenfürst vom Glauberg“ im Wetteraukreis. Der Fund von Bad Camberg lasse sich der sogenannten Hunsrück-Eifel-Kultur zuordnen.

    Goldringe, Schnabelkanne und Waffenüberreste

    Als Grabbeigaben entdeckten die Archäologen etwa mehrere Goldringe, eine etruskische Schnabelkanne sowie Überreste von Waffen. Dies deute darauf hin, dass es sich um einen männlichen Toten gehandelt haben dürfte, sagte Recker. Nach dem Fund der Grabstätte, waren mehrere Erdblöcke geborgen worden, die nun unter Laborbedingungen untersucht würden. So zeigten Röntgen- und CT-Aufnahmen weitere Grabbeigaben, die noch freizulegen sind.

    Nur wenige weitere Wagengräber in Hessen bekannt

    Im Unterschied zum Glauberg seien zudem Nachweise eines zweirädrigen Wagens entdeckt worden - darunter zwei Radnabenbeschläge, Achskappenbeschläge aus Buntmetall sowie eiserne Radreifenbeschläge. Es handele sich also um eine der seltenen keltischen Wagenbestattungen, von denen lediglich etwa drei weitere in Hessen bekannt sind, die jedoch nicht an die Qualität der Bad Camberger Funde heranreichen, wie Recker sagte. Das liege auch an der Entwicklung archäologischer Untersuchungsmethoden, die heute weitaus bessere Ergebnisse bei Ausgrabungen ermöglichten.

    Derzeit werden die Funde von Bad Camberg von Experten von hessenARCHÄOLOGIE sowie des Forschungszentrums der Keltenwelt am Glauberg in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz untersucht. Die Fachbehörde hessenARCHÄOLOGIE ist für die Erfassung, Pflege und Erforschung der archäologischen und paläontologischen Bodendenkmäler im Land Hessen zuständig.

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