Seit einigen Jahren breitet sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) zunehmend in Deutschland aus und gilt als ernsthafte Bedrohung für heimische Ökosysteme. Jetzt wurde die invasive Insektenart erstmalig auch in einer beliebten Urlaubsregion nachgewiesen. Wie die Regierung der Kanarischen Inseln bestätigt, wurde auf einer bei Touristen beliebten Insel des Archipels ein Nest mit 93 Tieren entdeckt. Welche Kanaren-Insel betroffen ist und was Urlauber jetzt wissen müssen, lesen Sie hier.
Die Asiatische Hornisse: ein Überblick
- Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) stammt die Asiatische Hornisse ursprünglich aus Südostasien und breitet sich seit einiger Zeit immer weiter in Europa aus.
- Sie ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse (Vespa crabro) und lässt sich vor allem an ihren gelben Füßen und der dunkleren Körperfärbung erkennen.
- Ihr Gift ist nicht toxischer als das Gift von Honigbienen oder anderen Faltenwespen, doch ihr Stich kann aufgrund des längeren Stachels schmerzhafter sein. Potenziell gefährlich wird ein Stich für Menschen mit allergischen Reaktionen.
Asiatische Hornisse auf den Kanaren: Wo wurde die invasive Insektenart entdeckt?
Nach Angaben der Kanarischen Regierung kommt die Asiatische Hornisse bereits seit 2010 in Spanien vor und ist bislang vor allem im Norden der Iberischen Halbinsel verbreitet. Nun ist die invasive Art zum ersten Mal auf den Kanarischen Inseln gesichtet worden. Demnach wurde auf Gran Canaria in einem Stadtgebiet der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria ein Nest mit 93 Exemplaren gefunden. Einer Feuerwehrmannschaft gelang es noch in derselben Nacht, das Nest erfolgreich zu entfernen. Zudem wurde das Frühwarnnetzwerk für invasive gebietsfremde Arten der Kanarischen Inseln (RedEXOS) informiert. Eine anschließende Untersuchung durch Experten bestätigte schließlich eindeutig, dass es sich bei dem Fund um die Asiatische Hornisse handelte.
Obwohl bislang nur ein einziges Nest gefunden wurde, haben die Stadtverwaltung von Las Palmas und der Inselrat von Gran Canaria veranlasst, mehrere Lockfallen in der Nähe des entdeckten Nestes, in städtischen Parks sowie in der Hafenumgebung aufzustellen. Die Behörden erhoffen sich dadurch, die Ausdehnung und den Entwicklungsstand der Population bestimmen zu können und darüber hinaus weitere potenzielle Nester zu finden.
Übrigens: Wer eine Asiatische Hornisse sieht, sollte nicht versuchen, sie zu töten oder gar ihr Nest zu entfernen.
Asiatische Hornisse auf Gran Canaria: So reagieren Urlauber richtig
Obwohl Asiatische Hornissen nur in unmittelbarer Nähe von ihren Nestern als aggressiv gelten und nicht angreifen, solange diese nicht bedroht werden, rät die Regierung dennoch, den direkten Kontakt mit den Insekten zu meiden. Gleichzeitig werden Einheimische und Urlauber darum gebeten, jede Sichtung vor Ort unverzüglich der Koordinierungsstelle für Notfälle und Sicherheit (CECOES) unter der Nummer 112 zu melden oder Fotos oder Videos der Insektenart und ihren Nestern an die WhatsApp-Nummer 646 601 457 von RedEXOS zu senden.
Die Wahrscheinlichkeit, einer Asiatischen Hornisse zu begegnen, ist laut der Kanarischen Regierung am höchsten in der Nähe von Brunnen, Wasserbehältern oder Schwimmbädern, da die Insekten auf regelmäßige Wasserzufuhr angewiesen sind. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die invasive Art in der Nähe von Bienenstöcken auftaucht, da Bienen zur Hauptbeute der fleischfressenden Asiatischen Hornisse zählen.
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