In Osnabrück müssen heute rund 11.500 Menschen ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. In dem Stadtteil Gartlage, nordöstlich von der Innenstadt gelegen, soll mindestens ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Die Evakuierung läuft noch; Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) gehen von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass wirklich alle dieser Aufforderung nachgekommen sind, sagte ein THW-Sprecher am Morgen.
Nach Angaben des Sprechers seien in dem Evakuierungsgebiet im Stadtteil Gartlage aber recht viele Mehrfamilienhäuser, was die Koordinierung des Kontrollgangs vereinfache.
Die Stadt Osnabrück hatte bereits über die Bombenentschärfung informiert. Demnach war mindestens ein möglicher Blindgänger in Rahmen einer gezielten Suche nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Stadt führt nach eigenen Angaben seit über 20 Jahren anhand von Luftbildern solche gezielten Suchen durch.
Die Menschen sollen in einem Evakuierungszentrum in der Gesamtschule Osnabrück-Schinkel untergebracht werden. Die Straßen im Evakuierungsgebiet sind gesperrt. Auch über öffentliche Verkehrsmittel ist der Bereich nicht mehr erreichbar. Der Linienvekehr bleibt zwar aufrechterhalten, ein Aussteigen im Evakuierungsbereich sei während der Maßnahmen allerdings nicht möglich. Von der Maßnahme ist zudem der Bahnverkehr in Richtung Diepholz, Bremen und Hamburg betroffen. Die Strecke ist für den Zugverkehr gesperrt.
Osnabrück: Kampfmittelbeseitigung soll bis Sonntagabend beendet sein
Über die Dauer der Evakuierung konnte der THW-Sprecher zunächst keine Aussagen machen. Nachdem sichergestellt ist, dass alle Menschen das Evakuierungsgebiet verlassen haben, soll zügig mit der Entschärfung des Blindgängers begonnen werden. Diese könnte sich bis in die Abendstunden hinziehen, soll aber noch am Sonntag abgeschlossen werden. Wie lange die Aktion dauert, hängt laut Stadt auch davon ab, ob der Zünder entfernt werden kann oder ob die Bombe vor Ort gesprengt werden muss.
Die Stadt Osnabrück informiert nach eigenen Angaben auch über Rundfunkdurchsagen, sobald die Maßnahmen abgeschlossen sind und die Bewohner in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren können.
Bombenentschärfung in Osnabrück: Auch Stromnetz betroffen
Die Bombenentschärfung betrifft den Angaben zufolge auch das Osnabrücker Stromnetz, da eine Stromleitung in unmittelbarer Nähe der Fundstelle entlang führt. Eine zusätzlich verlegte Leitung soll aber dafür sorgen, dass es keine Störungen in der Stromversorgung durch Beschädigungen im Fall einer Sprengung gibt.