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Bregenzerwaldbahn: Noch heute fährt das „Wälderbähnle“ auf einem Teil der Strecke

Historische Eisenbahn

Nostalgie pur - Noch heute fährt die älteste Eisenbahn des Bregenzerwaldes

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    Mit Dampfwolke durch das enge Tal: Die Bregenzerwaldbahn fährt noch heute - nur in anderer Form als früher.
    Mit Dampfwolke durch das enge Tal: Die Bregenzerwaldbahn fährt noch heute - nur in anderer Form als früher. Foto: imago/imagebroker (Archiv)

    „Fahr mr no a kläle, fahr mr no a kläle, mit dom Wälder Isobähnle“ – dieses Zitat kennt im Bregenzerwald bis heute wohl fast jedes Kind. Ins Hochdeutsche übersetzt heißt es soviel wie „Drehen wir noch eine Runde mit dem Wälderbähnle“. Was einst als leichf spöttische Anspielung auf die gemächliche Fahrt mit der Bregenzerwaldbahn gedacht war, ist längst zum liebevollen Kult geworden. Und noch heute kann man eine Runde mit dem Bähnle drehen.

    Die Bregenzerwaldbahn ist mehr als 100 Jahre alt

    Aber von Anfang an: Vor über 100 Jahren entstand eine wichtige Verbindung zwischen der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz und dem Talort Bezau. Die 35 Kilometer lange Strecke erschloss erstmals den Bregenzerwald direkt per Schiene.

    Sie erleichterte nicht nur den Personenverkehr, sondern vor allem den Holz- und Gütertransport, der zuvor mühsam über Fuhrwerke abgewickelt werden musste. Transporte erfolgten über Gebirgswege oder auf dem Wasser der Bregenzer Ache. Postkutschen brauchten von Bregenz nach Bezau ganze fünfeinhalb Stunden.

    Der Bau der Bregenzerwaldbahn war anstrengend und kompliziert

    Die Bregenzerwaldbahn ist eine 760-Millimeter-Schmalspurbahn, deren Bau 1900 mit dem Spatenstich am Riedentunnel begann. Tausend Arbeiter aus dem Trentino, Slowenien, Kroatien und Ungarn legten die Strecke frei, während Hochwasser, Muren und der Konkurs der Baufirma den Bau erschwerten. Trotzdem konnte die Bahn am 15. September 1902 eröffnet werden.

    Die Strecke durch das enge Tal der Bregenzerach war von Beginn an von Naturgewalten bedroht. Immer wieder mussten Züge wegen Steinschlag oder Muren anhalten. Besonders dramatisch war ein Felssturz am 14. Juli 1980 bei Kennelbach, der mehrere tausend Kubikmeter Gestein auf die Gleise schleuderte. Dieser Vorfall markierte den Anfang vom schrittweisen Ende des regulären Betriebs, der 1983 vollständig eingestellt wurde.

    Für Eisenbahn-Nerds: Diese Lokomotiven waren im Bregenzerwald unterwegs

    Anfangs standen vier Dampflokomotiven der Reihe U im Einsatz, darunter die U 25 „Bezau“ aus dem Eröffnungsjahr 1902 - die Blütezeit der Industrialisierung. Nach Unterbrechungen im Ersten Weltkrieg blieb die Lokomotive bis 1938 in Bregenz stationiert. Später wurde sie als Denkmal ins Exil nach Eichgraben bei Wien gebracht und 1994 für die heutige Museumsbahn zurückgeholt.

    Eine weitere Besonderheit ist die Uh 102, die letzte Schmalspurdampflok, die in Österreich in der Floridsdorfer Lokfabrik gebaut wurde. Ersatzteile stammten von anderen historischen Lokomotiven, sodass sie 2002 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Ab 1937 ergänzten Diesellokomotiven den Betrieb, ab 1960 kamen noch leistungsstärkere Maschinen hinzu.

    Für die heutige Museumsbahn wurden zusätzlich die Lokomotiven „Hilde“ und „Margreth“ wieder instand gesetzt. Sie übernehmen heute sowohl Personen- als auch Bau- und Schneeräumfahrten.

    Die historische Eisenbahn fährt heute von Bezau bis Schwarzenberg.
    Die historische Eisenbahn fährt heute von Bezau bis Schwarzenberg. Foto: imago/CHROMORANGE (Archiv)

    Seit den 80er Jahren fährt das historische „Wälderbähnle“

    Die historische Strecke verläuft von Bregenz über Kennelbach und Egg durch das enge Tal der Bregenzerach bis Bezau. Viele ehemalige Bahnhöfe, wie zum Beispiel Andelsbuch, haben sich zu kulturellen Treffpunkten entwickelt und dienen für Konzerte, Ausstellungen und Lesungen. Entlang der Strecke lassen sich Teile heute mit dem Fahrrad befahren. Eine Installation des Künstlers Edgar Höscheler am Bahnhof Doren-Sulzberg erinnert an die Geschichte der Bregenzerwaldbahn.

    Der historische Bahnhof Andelsbuch ist heute ein kultureller Treffpunkt.
    Der historische Bahnhof Andelsbuch ist heute ein kultureller Treffpunkt. Foto: imago images/robertkalb photographien (Archiv)

    Seit 1987 fährt die Museumsbahn „Wälderbähnle“ auf einem fünf Kilometer langen Abschnitt zwischen Bezau und Schwarzenberg. Mit historischen Dampf- und Diesellokomotiven erleben Besucherinnen und Besucher die Fahrt durch die schöne Landschaft des Bregenzerwaldes, vorbei an Wiesen, Wäldern und Brücken.

    Diese Strecke können Besucherinnen und Besucher heute noch befahren

    Begleitet von der Kanisfluh passiert der Zug die Grebenbach- und Kastenbrücke über die Bregenzerach, schlängelt sich durch Reuthe Hof und hält am original erhaltenen Haltestellenhäuschen. Weiter geht es vorbei an Vorsäßsiedlungen und über die 68 Meter lange Sporeneggbrücke, bevor die Steigung zur historischen Grenze zwischen Hinterbregenzerwald und Mittelwald überwunden wird. Schließlich erreicht der Zug den Bahnhof Schwarzenberg, bevor die Rückfahrt nach Bezau beginnt.

    Besucherinnen und Besucher fahren mit dem „Wälderbähnle“ über die Sporenegg Brücke.
    Besucherinnen und Besucher fahren mit dem „Wälderbähnle“ über die Sporenegg Brücke. Foto: imago/Volker Preußer (Archiv)

    2026 geht das „Wälderbähnle“ Anfang April in Betrieb. Ab diesem Zeitpunkt werden Fahrten vor allem am Wochenende, teilweise auch unter der Woche angeboten - meist drei Mal am Tag. Den aktuellen Fahrplan finden Sie stets auf der Website der Bahn. Hier können Fahrten auch direkt gebucht werden.

    Das sind die Preise für eine Fahrt mit dem „Wälderbähnle“

    Die Preise fallen je nachdem, ob gerade die Dampf- oder die Dieselbahn in Betrieb ist, unterschiedlich aus. Folgende Preise gelten für den Dampfbetrieb, in Klammern finden Sie die Preise für den Dieselbetrieb.

    • Erwachsene (Hin- und Rückfahrt): 16,30 Euro (12,80 Euro)
    • Erwachsene (einfache Fahrt); 12,80 Euro (10,30 Euro)
    • Kinder (Hin- und Rückfahrt): 6,80 Euro (6 Euro)
    • Kinder (einfache Fahrt): 6 Euro (5,20 Euro)
    • Kinder unter sechs Jahren: gratis

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