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Deckengemälde in Vorarlberger Kirche zeigt Winston Churchill in der Hölle

Geschichte

In einer der größten Vorarlberger Kirchen schmort Winston Churchill in der Hölle

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    Für diese Kirche in Vorarlberg wurde im 20. Jahrhundert ein eher ungewöhnliches Deckenbild angefertigt.
    Für diese Kirche in Vorarlberg wurde im 20. Jahrhundert ein eher ungewöhnliches Deckenbild angefertigt. Foto: IMAGO/Alexander Rochau (Archiv)

    Jede(r) dürfte sich in einer Kirche schon einmal den Hals verrenkt haben, um das ein eindrucksvolles Deckengemälde zu betrachten. Nun stelle man sich vor, man richtet den Blick nach oben und dann ist dort - überhaupt nichts.

    Eine Kirche in Vorarlberg hatte lange kein Deckengemälde

    So erging es den Menschen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Kirche der Gemeinde Hittisau in Vorarlberg, wie der gebürtige Hittisauer Autor und Fotograph Hans Weiss in einem Gespräch mit vol.at berichet. Sie ist eine der größten Kirchen Vorarlbergs und hatte damals noch kein Deckengemälde. Die Decke war weiß, genauso die Figuren und die Fenster. 1934 bekam das Dorf einen neuen Pfarrer. Josef Meusburger setzte sich in den Kopf, die Kirche freundlicher und bunter zu gestalten.

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    Das Wichtigste war nun ein neues Deckengemälde. Meusburger engagierte dafür 1938 den Münchner Maler Waldemar Kolmsperger. Dieser nahm - offenbar froh, in den damals prekären Zeiten eine Anstellung zu finden - den Auftrag an. Das einzige Problem: Er war überzeugter Nationalsozialist und als solcher der Kirche gegenüber ablehnend eingestellt.

    Das jüngste Gericht ist auf der Decke der Hittisauer Kirche zu sehen

    Kolmspergers Bedingung war, dass das jüngste Gericht die Decke der Kirche zieren sollte. Da er laut Weiss gegen die Hittisauer eine ebenso große Abneigung hegte wie gegen die Kirche, wollte er anstatt Himmel und Hölle zwei Höllen malen. Von diesem Vorhaben ließ er sich zur Erleichterung der Bevölkerung abbringen.

    Doch er beschloss kurzerhand, einen der größten Feinde der Nationalsozialisten in der Hölle auf dem Bild zu verorten: Winston Churchill. Er setzte sein Vorhaben in die Tat um und nach der Fertigstellung blickte der damaligen britischen Premierminister in die Kirche hinab - neben ihm ein Sack mit der Aufschrift „1.000.000 Pfund“, hinter ihm ein Dämon.

    Die Darstellung Winston Chruchills schockierte die Hittisauer

    „Die Menschen waren entsetzt“, sagt Weiss im Interview mit vol.at. Sie befürchteten wohl, dass die Alliierten davon erführen und ihre Kirche angriffen. Da Kolmsperger auf ihre Einwände nicht reagierte, erstattete Meusberger Beschwerde beim Bischof. Dieser konnte den Maler überzeugen, das Gemälde zu verändern.

    Seitdem hat der Hittisauer Churchill rote Haare, sein Gesicht wurde verändert und der Geldsack trägt die Aufschrift „1.000.000 Gold“. „Ich finde, er ist nicht mehr als Churchill erkennbar“, sagt Weiss.

    Weitere Details finden sich auf Kolmspergers Deckengemälde

    Auf Kolmspergers Gemälde finden sich jedoch auch ohne erkennbaren britischen Premier Anspielungen auf den Krieg, wie Soldaten und Stacheldrähte. Zudem sind Einwohnerinnen von Hittisau abgebildet, unter denen der Maler wohl einige Verehrerinnen hatte. Daneben ist außerdem Meusburger selbst dargestellt.

    Ein interessante Info nebenbei: Die rot-gelbliche Grundfarbe des Gemäldes ist der Sammlung tausender von Eiern zu verdanken, die damals in Hittisau stattfand - höchst ungewöhnlich für die Notstände der damaligen Zeit. Insgesamt ist das Bild im Vergleich mit anderer barocker Kirchenkunst durchaus gelungen, findet Weiss. Und sofort sei zu erkennen: Die Hölle habe Kolmsperger lieber gemalt als den Himmel - und mit mehreren Details.

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