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Ein verletzter Kormoran steht in Bremen vor der Notaufnahme des Klinikums Links der Weser

Glosse

Kurios: Ein verletzter Kormoran steht vor der Notaufnahme und wird in Klinik behandelt

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    Dieser Kormoran stand plötzlich vor der Notaufnahme einer Klinik in Bremen.
    Dieser Kormoran stand plötzlich vor der Notaufnahme einer Klinik in Bremen. Foto: Feuerwehr Bremen, dpa

    Am Anfang war der Mensch. Zumindest behauptete er das später. Weil der Rest der irdischen Mehrfüßler bei solch überbordender Intelligenz tierisch unterlegen war, blieb den Viecherln bald nichts anderes übrig, als die mal mehr, mal weniger schlauen Gepflogenheiten von Mann und Frau in den eigenen Alltag zu integrieren. Das führte dann zu täglichen Besuchen von Erwin, der Englischen Bulldogge, im Ehebett, zu Katzen-Content im Internet oder zu Papageien mit schlüpfrigem Sprachschatz.

    Ein Kormoran, jener großer, schwarz glänzender Wasservogel mit dem langen Hals, hat nun die nächste Phase des evolutionären Wandels eröffnet. Im Schnabel des armen Kerls hatte sich ein Angelhaken festgesetzt. Was macht er, weil er es in der Zeitung studiert oder anderweitig von Anglern und sonstigen Menschen gelernt hat? Steuert die Notaufnahme an. Setzt sich also am Klinikum Links der Weser in Bremen vor die Eingangstür und pickt – wohl mangels vorhandener Klingel – mit dem Schnabel gegen die Scheibe.

    Bleibt die Frage, wo die Angleichung von Mensch und Tier endet: Holt sich der Biber sein Abendessen künftig im Baumarkt?

    Alles richtig gemacht. Alles? Nun, auch ein Kormoran sollte sich des angeschlagenen deutschen Gesundheitssystems bewusst sein, die überlaufenen Notaufnahmen meiden und erst den Hausarzt aufsuchen. Zugleich kann er mildernde Umstände geltend machen – bei den schlechten Lehrmeistern...

    Bleibt die Frage, wo die Angleichung von Mensch und Tier endet. Holt sich der Biber sein Abendessen künftig im Baumarkt? Latscht Erwin, die Englische Bulldogge, in Sachen Hundesteuer selbst zum Amt? Schleicht sich Mieze in die Sparkasse, weil sie gehört hat, dass dort jede Menge Mäuse lagern?

    Die Feuerwehr brachte den verletzten Komoran nach der Behandlung wieder ins Freie.
    Die Feuerwehr brachte den verletzten Komoran nach der Behandlung wieder ins Freie. Foto: Feuerwehr Bremen, dpa

    Der Kormoran jedenfalls ist wohlauf. Wenigstens das.

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