Am Anfang war der Mensch. Zumindest behauptete er das später. Weil der Rest der irdischen Mehrfüßler bei solch überbordender Intelligenz tierisch unterlegen war, blieb den Viecherln bald nichts anderes übrig, als die mal mehr, mal weniger schlauen Gepflogenheiten von Mann und Frau in den eigenen Alltag zu integrieren. Das führte dann zu täglichen Besuchen von Erwin, der Englischen Bulldogge, im Ehebett, zu Katzen-Content im Internet oder zu Papageien mit schlüpfrigem Sprachschatz.
Ein Kormoran, jener großer, schwarz glänzender Wasservogel mit dem langen Hals, hat nun die nächste Phase des evolutionären Wandels eröffnet. Im Schnabel des armen Kerls hatte sich ein Angelhaken festgesetzt. Was macht er, weil er es in der Zeitung studiert oder anderweitig von Anglern und sonstigen Menschen gelernt hat? Steuert die Notaufnahme an. Setzt sich also am Klinikum Links der Weser in Bremen vor die Eingangstür und pickt – wohl mangels vorhandener Klingel – mit dem Schnabel gegen die Scheibe.
Bleibt die Frage, wo die Angleichung von Mensch und Tier endet: Holt sich der Biber sein Abendessen künftig im Baumarkt?
Alles richtig gemacht. Alles? Nun, auch ein Kormoran sollte sich des angeschlagenen deutschen Gesundheitssystems bewusst sein, die überlaufenen Notaufnahmen meiden und erst den Hausarzt aufsuchen. Zugleich kann er mildernde Umstände geltend machen – bei den schlechten Lehrmeistern...
Bleibt die Frage, wo die Angleichung von Mensch und Tier endet. Holt sich der Biber sein Abendessen künftig im Baumarkt? Latscht Erwin, die Englische Bulldogge, in Sachen Hundesteuer selbst zum Amt? Schleicht sich Mieze in die Sparkasse, weil sie gehört hat, dass dort jede Menge Mäuse lagern?
Der Kormoran jedenfalls ist wohlauf. Wenigstens das.
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