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Eklig oder faszinierend? Hier wächst das größte Spinnennetz der Welt mit über 100.000 Krabblern

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Eklig oder faszinierend? Hier wächst das größte Spinnennetz der Welt mit über 100.000 Krabblern

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    In einer entlegenen Höhle haben Forscher das vermutlich größte Spinnennetz der Welt entdeckt.
    In einer entlegenen Höhle haben Forscher das vermutlich größte Spinnennetz der Welt entdeckt. Foto: Marek Audy/Urak et al. 2025, Subterranean Biology, CC BY 4.0, dpa

    Eine albtraumhafte Vorstellung für viele Menschen: Hunderttausende Spinnen krabbeln in einer Höhle in einem riesigen Netz umher. Was nach Horror klingt, ist Wirklichkeit, wie jetzt öffentlich bekannt wurde. In einer Höhle in einem Grenzgebiet entdeckten Forscher einen einzigartigen Spinnennetz-Komplex. Warum dieser Fund nicht nur wegen seiner schieren Größe außergewöhnlich ist.

    Wo wurde das riesige Spinnennetz entdeckt?

    Ein internationales Forscherteam berichtete Mitte Oktober im Fachjournal Subterranean Biology über den Fund: Sie stießen in einer abgelegenen Höhle an der Grenze zwischen Griechenland und Albanien auf den bislang größten bekannten Spinnennetz-Komplex der Welt.

    Demnach erstreckt sich das Netz über eine Fläche von rund 106 Quadratmetern und beherbergt mehr als 111.000 Spinnen. Es besteht aus zahllosen trichterförmigen Teilstrukturen und bildet ein regelrechtes Netz-Mosaik, das sich entlang von Felswänden eines Gangs der sogenannten Schwefelhöhle (Englisch: Sulfur Cave) zieht, berichten die Forschenden.

    Welche Spinnenarten leben in der Höhle?

    Besonders spannend: Das Netz wurde von zwei unterschiedlichen Spinnenarten gemeinsam errichtet – was ein bisher nicht beobachtetes Verhalten nach den Angaben der Wissenschaftler ist. Die Kolonie setzt sich demnach aus zwei Arten zusammen:

    • Rund 69.000 Exemplare der Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica), die auch in Mitteleuropa verbreitet ist.
    • Etwa 42.000 Spinnen der Art Prinerigone vagans, einer Baldachinspinne.

    Beide Arten gelten laut der Veröffentlichung normalerweise als Einzelgänger und sind eher in der Nähe von menschlichen Siedlungen zu finden.

    Auch interessant: In den Regenwäldern Australiens wurde ein neues Insekt entdeckt, das die Größe einer Katze erreicht – eine bislang unbekannte Stabheuschrecke, die rund 40 Zentimeter groß wird.

    Wie haben sich die Spinnen an die Höhle angepasst?

    In der dauerhaft dunklen Höhle herrschen extreme Bedingungen, die offenbar das ungewöhnliche Zusammenleben begünstigen, vermutet Erstautor István Urák, Biologe an der Sapientia-Universität in Rumänien. Schwefelhaltiges Wasser fließt ganzjährig mit einer Temperatur von etwa 26 Grad durch die Hauptpassage der Höhle. Die Spinnen fangen in ihrem Netz Mücken, die sich wiederum von Biofilmen an den Höhlenwänden ernähren. ⁠

    Genetische Analysen zeigten deutliche Unterschiede zu artverwandten Spinnen außerhalb der Höhle – sowohl im Erbgut als auch im Mikrobiom. Dies deutet auf einen Anpassungsprozess an die unterirdische Umgebung hin, erläuterten die Forscher.

    Der Fund des riesigen Spinnennetzes zeigt, wie flexibel Tiere auf extreme Umweltbedingungen reagieren und sich anpassen können – in diesem Fall an ein Leben in Dunkelheit sowie die Koexistenz verschiedener Arten. Das ungewöhnliche Ökosystem soll in weiteren Forschungsarbeiten eingehend untersucht werden.

    Übrigens: Auch die Ausbreitung von Spinnenarten in Europa aus ursprünglich wärmeren Regionen ist aufgrund des Klimawandels keine Seltenheit mehr. So wird die Südrussische Tarantel häufiger gesichtet, auch in Deutschland und Österreich.

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