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Fertigessen aus dem Supermarkt: Der heimliche Killer für jede Diät

Ernährung

Fertigessen aus dem Supermarkt lässt uns weniger abnehmen

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    Zu wenig Sport und die falsche Ernährung sind zwei Hauptgründe für Übergewicht. Besseres Essen unterstützt das Abnehmen.
    Zu wenig Sport und die falsche Ernährung sind zwei Hauptgründe für Übergewicht. Besseres Essen unterstützt das Abnehmen. Foto: Waltraud Grubitzsch, dpa

    Für den schnellen Weg zur Strandfigur mag es Anfang August zu spät sein. Wer aber dennoch abnehmen will (im Oktober kann man im Mittelmeer noch baden), sollte eine neue Studie aus Großbritannien beachten: Wer im Supermarkt frische Zutaten kauft und auf Fertigmahlzeiten und hochverarbeitete Lebensmittel verzichtet, verliert mehr Gewicht. Und hat weniger Heißhunger.

    Das sind die zentralen Ergebnisse einer Untersuchung von Ernährungswissenschaftlern des University Colleges London. An ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht wurde, haben 55 Briten mit Übergewicht teilgenommen. Sie bekamen acht Wochen industriell hergestellte Nahrung geliefert und acht Wochen natürliche oder wenig verarbeitete Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Milch, Eier und Butter. Sie durften in beiden Phasen essen, so viel sie wollten, und wussten nicht, dass sich die Untersuchung um Gewichtsabnahme dreht.

    Doppelt so viel Gewichtsverlust bei frischer Ernährung

    Die Londoner Forscher haben es sich nicht zu leicht gemacht. Ihre Probanden bekamen in der ersten Phase nicht etwa reihenweise Ungesundes wie Süßigkeiten, Eiscreme, Fertigpizza und viel Wurst, sondern einen Speiseplan nach den Empfehlungen der britischen Regierung für gute Ernährung. Anders als in Phase 2 waren die Nahrungsmittel nicht per se ungesund, aber eben industriell hergestellt. Es gibt auch eine Gemüsesuppe mit wenig Kalorien aus Tüten und Dosen.

    Die Tiefkühlpizza gehört zu den Klassikern unter den Fertiggerichten.
    Die Tiefkühlpizza gehört zu den Klassikern unter den Fertiggerichten. Foto: picture alliance / dpa

    Nach den zwei Monaten mit den frischen Zutaten hatten die Teilnehmer rund zwei Prozent an Gewicht verloren. Bei einem Gewicht von 80 Kilogramm sind das 1,6 Kilo weniger auf der Waage. Damit nahmen sie doppelt so viel ab, wie in den ersten acht Wochen, in denen die Lebensmittel per se nicht ungesund, aber fertig zubereitet waren.

    „Beobachtungsstudien zeigen, dass höherer Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit höheren gesundheitlichen Risiken – wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einigen Krebsformen und erhöhter Sterblichkeit – verknüpft ist“, sagte der Stoffwechselmediziner Stefan Kabisch von der Berliner Charité. Die Risikofaktoren könnten an jedem Element liegen: am Zucker, am Salz, an Farbstoffen, sogar an der Verpackung. Ein wesentlicher Grund für den Gewichtsverlust ist laut Kabisch, dass frische, natürliche Lebensmittel das Bedürfnis nach süßen oder herzhaften Lebensmitteln dämpfen. Der Heißhunger wird weniger.

    Nur ein Drittel der Deutschen isst gut

    Das Essverhalten ist auch Teil einer neuen Studie der Krankenversicherung DKV. Nur ein Drittel der Deutschen ernährt sich demnach gesund. Abgeleitet wird dieser Wert aus der Befragung von 2800 Teilnehmern. Dabei ernähren sich Frauen besser als Männer. Sie achten stärker darauf, was in den Einkaufskorb kommt und verzichten häufiger auf Alkohol. Im Vergleich zur vorhergehenden Befragung aus dem Jahr 2023 hat sich das Ernährungsverhalten insgesamt verschlechtert. Seinerzeit ernährten sich 41 Prozent gesund. „Obwohl wir alle wissen, wie wichtig ein gesunder Lebensstil ist, zeigt der aktuelle Report, dass viele es nicht schaffen, gesundes Verhalten auch umzusetzen. Wir beobachten im Vergleich zu den Vorjahren sogar einen negativen Trend“, meinte der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse. Der Professor hat die Studie mit erstellt.

    Ein großes Manko für die Gesundheit ist das lange Sitzen

    Ein großes Manko für die Gesundheit ist auch das lange Sitzen. Im Schnitt sind es über zehn Stunden am Tag, die die Deutschen in dieser Position verbringen. Das sind zwei Stunden mehr als noch vor zehn Jahren. Es fehlt an Bewegung. Die jüngste Altersgruppe in der Untersuchung - die 18- bis 29-Jährigen - hockte mit 11,1 Stunden pro Werktag am längsten.

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