Diesen Schreck haben wohl die meisten schon einmal erlebt: Das Buch, das man vor den Sommerferien ausgeliehen hatte, hätte längst zurückgegeben werden müssen. Jetzt werden Mahngebühren fällig. Ganz ähnlich dürfte es einem Mann aus Oregon gegangen sein. In den Hinterlassenschaften seines Vaters entdeckte er ein Buch, das am 30. Juli 1943 aus der San Antonio Public Library in Texas ausgeliehen worden war.
Der Finder war so ehrlich und gab das Buch zurück, mitsamt eines Begleitschreibens: Er vermutet, dass seine Mutter den Erziehungsratgeber „Your Child, His Family, an Friends“ (zu Deutsch: Dein Kind, seine Familie und Freunde) ausgeliehen hatte, als sein Vater elf Jahre alt gewesen war und kurz bevor sie beruflich an die US-Botschaft nach Mexiko-Stadt versetzt wurde. „Ich hoffe, es gibt keine Versäumnisgebühr, denn Oma kann sie nicht mehr bezahlen“, schrieb er in dem Brief.
Der Rekord liegt bei einer Rückgabe nach 288 Jahren
Im Jahr 1943 betrugen die Gebühren drei Cent pro Tag. Ohne Berücksichtigung der Inflation würden die Gebühren heute 900 Dollar betragen, schreibt der Stern. Glücklicherweise wurden die Mahngebühren in der San Antonio Public Library ohnehin vor Jahren abgeschafft.
Den Verspätungs-Rekord bricht die Rückgabe in Texas allerdings nicht. Der liegt laut Guiness Buch der Rekorde bei 288 Jahren. Und auch sonst vergessen Menschen gerne mal für einige Jahrzehnte ihre ausgeliehenen Bücher. Was dabei auffällt: Die Bibliotheken freuen sich über die Rückgabe, Säumnisgebühren werden oft nicht erhoben.
Alle, die ihre Sommerlektüre zu spät zurückgeben müssen, werden sich jetzt fragen: Ab wann ist dieser kritische Punkt erreicht? Lieber noch ein bisschen mit der Rückgabe warten? Ein paar weitere Sommer?
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