, doch Berge gibt es im Süden von Paris keine. Tatsächlich handelt es sich um die erste Stadt-Schwebebahn der Hauptstadtregion Île-de-France, die an diesem Samstag eröffnet – die größte Europas. Künftig wird die Câble 1 oder kurz C1 die Vororte Limeille-Brévannes, Valenton und Villeneuve-Saint-Georges bis zur Endstation der Metrolinie 8 in Créteil verbinden.
Statt 40 Minuten mit dem Auto, 18 Minuten in der Luft
„Es ist soweit, sie fährt“, verkündete die Präsidentin der Hauptstadtregion, Valérie Pécresse, bereits vor mehr als zwei Monaten voller Stolz, als die weiß-grau designten Kabinen testweise gen Himmel aufstiegen. „Das ist eine echte Meisterleistung.“ Über eine Strecke von 4,5 Kilometern werden 105 Gondeln eingesetzt, die jeweils zehn Sitzplätze bieten und mit einem Abstand von weniger als 30 Sekunden kommen und gehen. Bis zu 1600 Menschen können pro Stunde und in jede Richtung transportiert werden. Im Dezember werden 11.000 Reisegäste pro Tag erwartet, bis 2030 sollen es 12.000 sein. Bezahlt wird mit den üblichen Jahres- oder Monatskarten oder einer Einzelbusfahrkarte (zwei Euro) der RATP, der öffentlichen Nahverkehrsbetriebe von Paris. Das neue Angebot soll vor allem Pendlern nutzen, denen eine deutliche Zeitersparnis versprochen wird: Statt 40 Minuten im Auto oder im Bus nimmt die Gesamtstrecke durch die Luft nur noch 18 Minuten in Anspruch. An Touristen richtet sich das Angebot weniger, sie zieht es kaum in die betroffenen Städte im Departement Val-de-Marne.
In den vergangenen Monaten erprobte der zuständige Verkehrsdienstleister Transdev die Seilbahn mit mehreren Simulationen, wie einem Stopp aufgrund eines Notfalls oder einer technischen Panne. Wassercontainer wurden in den Kabinen transportiert, um sicherzustellen, dass sie dem Maximalgewicht von jeweils 750 Kilogramm standhalten. Damit die Linie täglich von 5.30 bis 23.30 Uhr läuft, werden 90 Personen angestellt und als Sicherheitspersonal an den Bahnsteigen eingesetzt. Einige von ihnen erhielten eine Ausbildung in den französischen Alpen, wo dieselben Seilbahnen der österreichischen Firma Doppelmayr im Einsatz sind.
Anwohner fürchten sich vor dem Lärm und den Blicken
So begeistert die politischen Verantwortlichen ihr innovatives Projekt bewerben, so viel Kritik gibt es auch. Bei einer Einwohnerbefragung stellten einige die Investition von rund 132 Millionen Euro in Frage – Geld, das in ihren Augen auch in einen besseren Ausbau des klassischen Verkehrsnetzes hätte gesteckt werden können. Der Anwohner-Verein ASSC wies auf die befürchtete Lärmbelästigung hin. „Die Schwebebahn wird mit einem Abstand von nur acht Metern an manchen Häusern vorbeifahren, mit einer Kabine alle neun Sekunden von frühmorgens bis spätabends“, warnte Mathieu Beau, einer der Sprecher. Für Ärger sorgt aber nicht nur die erwartbare Lärmbelästigung, sondern auch die Möglichkeit, aus den Kabinen direkt in die Häuser zu blicken. „Wir werden an Lebensqualität verlieren und die Wohnungen auch an Wert.“ Um die Kritiker zu besänftigen, wurden die neuen Installationen bepflanzt – aber nicht in Frage gestellt.
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