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Größter Gletscher Österreichs: Pasterze bald nicht mehr Rekordhalter

Alpen

Größter Gletscher in Österreich: Eismassen könnte einen schnellen Tod sterben

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    Der Pasterze-Gletscher ist der größte Gletscher in Österreich, verliert aber schnell an Volumen und Länge.
    Der Pasterze-Gletscher ist der größte Gletscher in Österreich, verliert aber schnell an Volumen und Länge. Foto: Imago/Imagebroker/David & Micha Sheldon

    Der Klimawandel hat gravierende Folgen für die Natur und damit auch für unseren Lebensraum. Besonders deutlich wird die Klimaerwärmung bei einem Blick auf die Alpengletscher. Allein sie haben, seit Beginn der Industrialisierung bereits rund 60 Prozent ihrer Masse verloren.

    Klimaerwärmung: Alpengletscher verlieren schnell an Volumen

    Laut dem Deutschen Alpenverein (DAV) haben die Alpengletscher seit dem Jahr 2001 kein Wachstum mehr vollzogen. Im Gegenteil, in den letzten rund zweieinhalb Jahrzehnten verloren sie rund 42 Gigatonnen Eis (42.000.000.000 Tonnen) - das entspricht einer Wassermenge, die den riesigen Bodensee rund 35 Mal füllen könnte.

    Und die Prognosen für die Zukunft sehen laut DAV eher finster aus. Je nach Szenario der globalen Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter könnten die Gletscher in den Alpen bis 2100 sogar komplett verschwunden sein.

    Blick von der Franz Joseph Höhe in die Berge Großglockner mit Pasterze-Gletscher.
    Blick von der Franz Joseph Höhe in die Berge Großglockner mit Pasterze-Gletscher. Foto: imago/imagebroker/David & Micha Sheldon

    Österreichs größter Gletscher: Pasterze schmilzt immer weiter

    Besonders deutlich wird die Klimaerwärmung und die damit verbundene Gletscherschmelze an der Pasterze, dem größten österreichischen Gletscher. Ein Video, das u. a. der Österreichische Alpenverein veröffentlicht hat, zeigt, wie massiv der einst so riesige Gletscher bereits geschrumpft ist. Seit 1928 gab die Pasterze-Schmelze riesige Felswände und eine Steinlandschaft frei.

    Pasterze: Dieses Video zeigt den Rückgang der Eismassen an Österreichs größten Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten.

    Größter Gletscher Österreichs: Pasterze ist wichtig für Energiegewinnung und Wasserversorgung

    Die Pasterze liegt nordöstlich am Fuße des Großglockners und reicht vom Johannisberg bis zum Sandersee. Der höchste Punkt des Gletschers liegt auf einer Höhe von rund 3453 Metern und endet oberhalb des Mölltals in den Hohen Tauern in Kärnten. Der Name Pasterze leitet sich vom slowenischen Begriff Paster (dt. Hirte) ab und belegt, dass es im Bereich des Gletschers einst möglicherweise Weideland gab.

    Großglockner and Pasterze mit Glocknerhaus um das Jahr 1890.
    Großglockner and Pasterze mit Glocknerhaus um das Jahr 1890. Foto: IMAGO/H. Tschanz-Hofmann

    Der Gletscher hat aktuell eine Fläche von rund 15 Quadratkilometern und eine mittlere Dicke von rund 40 Metern. Allerdings: Laut Messungen von GeoSphere Austria nahm die Eisdicke in den Jahren 2022, 2023 und 2024 um mehr als zwei Meter pro Jahr ab.

    Die Gletscherzunge der Pasterze reicht auf eine Höhe von etwa 2100 Meter Seehöhe hinab. Das Schmelzwasser des Gletschers fließt über den Pasterzengletscherbach ab und sammelt sich zunächst im Sandersee. Von dort aus fließt es über den Fluss Möll in die Drau. Ein großer Teil des Schmelzwassers wird zur Energiegewinnung in einen Wasserspeicher umgeleitet. Zudem spielt die Pasterze, so wie andere Alpengletscher auch, eine wichtige Rolle bei der Wasserversorgung tiefer gelegener Regionen.

    Akute Bedrohung für Pasterze: So ist die Lage an Österreichs größtem Gletscher

    Laut GeoSphere Austria schreitet die Schmelze an dem größten Gletscher Österreichs schnell voran. Besonders deutlich wird sie an der Gletscherzunge der Pasterze. Hier nimmt die Eisdicke pro Jahr bis zu zehn Meter ab. Die Folge: Die Gletscherzunge dürfte bis 2050 weitgehend verschwunden sein, prognostizieren die Experten. Zudem gab die Gletscherschmelze in den vergangenen Jahren eine tiefe und große Felsrinne preis. Anschaulich wird das durch eine Animation von GeoSphere Austria.

    Pasterze könnte schon bald nicht mehr der größte Gletscher Österreichs sein

    Zudem dürfte die Pasterze in den nächsten Jahren in zwei Teile zerfallen. Die Verbindung zwischen dem oberen und unteren Gletscherteil, der sogenannte Hufeisenbruch abreißt, würden aus der Pasterze zwei Gletscher entstehen. Damit verliert dieser dann seinen Status als größter Gletscher Österreichs. In der Folge wäre der Gepatschgletscher in den Ötztaler Alpen der größte Gletscher. Allerdings: Auch dieser verliert schnell an Volumen.

    Gletscherwissen: Fakten und Zahlen

    Gletscher bedecken insgesamt rund 10 Prozent der Erdoberfläche, das entspricht etwa 15 Millionen Quadratkilometern. In den Alpen gibt es noch rund 5000 Gletscher, die in den allermeisten Fällen aber seit rund 25 Jahren nicht mehr wachsen. Weltweit schmelzen 90 Prozent aller Gletscher.

    Die weltweiten Gletscher sind die wichtigsten Trinkwasserspeicher überhaupt – insgesamt sind in ihnen etwa 75 Prozent der weltweiten Trinkwasservorräte gebunden. Zu den ältesten Gletschern überhaupt gehört das antarktische Eisschild mit einem Alter von mindestens 30 Millionen Jahren.

    Der weltweit größte Gletscher ist der Lambert-Gletscher, mit einer Länge von 435 Kilometern und einer Breite von bis zu 96 Kilometern. Deutlich kleiner ist dagegen der Aletschgletscher mit einer Länge von rund 22 Kilometern. Würden weltweit alle Gletscher schmelzen, dann hätte das nicht nur dramatische Auswirkungen auf das System der Meere. Auch die Meeresspiegel würden weltweit um ca. 70 Meter ansteigen.

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