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Inzest-Drama: Verlies-Kinder und ihre Geschwister finden zueinander

Inzest-Drama

Verlies-Kinder und ihre Geschwister finden zueinander

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    Verlies-Kinder und ihre Geschwister finden zueinander
    Verlies-Kinder und ihre Geschwister finden zueinander

    Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Text aus unserem Online-Archiv aus dem Jahr 2008.

    Wien (dpa) - Die fünf Kinder von Elisabeth Fritzl, die von ihremVater 24 Jahre lang in einem Kellerverlies festgehalten und immerwieder vergewaltigt wurde, "finden jetzt zueinander". Das berichteteeiner der Anwälte, die die Interessen der heute 42-Jährigen vertretensollen.

    "Es ist recht erfreulich, wie es ihnen geht", sagte derRechtsbeistand von Elisabeth, Christoph Herbst, am Sonntagabend imösterreichischen ORF-Fernsehen. "Die Kinder finden jetzt zueinander."

    Zweider Kinder, die vom Vater Elisabeths, Josef Fritzl (73) im Inzestgezeugt wurden, mussten ihr ganzes Leben in den fensterlosenKellerräumen verbringen, die übrigen drei hatte Fritzl im Laufe derJahre ans Tageslicht gebracht und sie adoptiert oder in Pflegegenommen. Alle fünf befinden sich zusammen mit ihrer Mutter und derEhefrau Fritzls in psychologischer Betreuung. Die 19 Jahre alteKerstin, das sechste Kind von Elisabeth, liegt nach wie vor auf derIntensivstation im Landeskrankenhaus Amstetten im künstlichen Koma.

    Herbstnannte Elisabeth, die von ihrem inzwischen inhaftierten Vater seit demelften Lebensjahr sexuell missbraucht worden war, "bewundernswert"."Sie ist eine sehr starke Frau", betonte der Anwalt. Dagegen warnte dieWiener Psychologin und Spezialistin für posttraumatischeBelastungsstörungen, Brigitte Lueger-Schuster, davor, voreiligeSchlüsse aus dem heutigen Verhalten der Betroffenen zu ziehen. Opferderartiger Verbrechen würden oft zunächst einen "Honeymoon" erleben.Erst danach könnten sie Stück für Stück das Erlebte aufarbeiten.

    Fritzlselbst, der die Taten weitgehend gestanden hat, sitzt seit einigenTagen in einem Gefängnis in St. Pölten in Untersuchungshaft. DieErmittlungen der Polizei am Tatort stehen kurz vor dem Abschluss. Wieder Leiter der Kriminalpolizei Niederösterreichs, Franz Polzer, amMontag vor Journalisten mitteilte, steht inzwischen fest, dass derInzest- Täter Josef Fritzl (73) seine Verbrechen lange Zeit vor derGefangenschaft seiner Tochter Elisabeth im Jahr 1984 geplant hat.  

    Beiihren bisherigen Ermittlungen entdeckten die Beamten in den vergangenenTagen insgesamt acht zum Teil elektronisch gesicherte Zugangstüren zudem Verlies, in dem Fritzl seine Tochter seit 1984 gefangen hielt. Dortverging er sich regelmäßig an ihr.

    Nach Angaben des Leiters derKlinik, in der Elisabeth Fritzl, ihre fünf Kinder und ihre Mutterbetreut werden, machen die Opfer von Fritzls Verbrechen inzwischenFortschritte. Der Zustand der 19- jährigen Tochter Kerstin, die inlebensbedrohlichem Zustand in der Landesklinik Amstetten liegt, hatsich dagegen nach Aussagen des Klinikchefs nur "etwas stabilisiert".Allerdings ist noch immer nicht sicher, ob sie die schwere Erkrankungüberleben wird.

    Fritzl soll in der kommenden Woche erneut einemHaftrichter vorgeführt werden. LKA-Chef Polzer bezeichnete ihn amMontag als einen Einzeltäter mit ungeheuerer krimineller Energie.

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