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Italien reagiert mit Regeln auf Touristenansturm zu Weihnachten

Tourismus

Drängel-Weihnachten in Italien: Wie Verona, Neapel und Genua auf den Ansturm reagieren

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    Touristen gehen an den Ständen mit den Krippen in der San Gregorio Armeno Straße vorbei.
    Touristen gehen an den Ständen mit den Krippen in der San Gregorio Armeno Straße vorbei. Foto: Ciro Fusco, ZUMA Press, dpa

    Die Lichtlein leuchten, das Weihnachtsgebäck duftet, die Winterjacke wärmt, auch wenn der Winter noch nicht so richtig eingebrochen ist. Eigentlich ein wunderbarer Anlass, um die Weihnachtsstimmung in italienischen Innenstädten zu genießen. Zuletzt hatten solche Ausflüge in Italien gelegentlich aber Albtraumcharakter. So zum Beispiel in Verona und Neapel. 

    Zehntausende Menschen drängeln sich Wochenende für Wochenende im Zentrum der Stadt am Vesuv. Sie zieht es vor allem zu den berühmten Krippenfiguren, die professionelle Bastler in der Via San Gregorio Armeno ausstellen. Der Bummel ist ein Klassiker in der Vorweihnachtszeit. Ende November ging hier allerdings gar nichts mehr. Angefangen von Spaccanapoli, der Achse in der Innenstadt, die Neapel in zwei Teile teilt, über die zentrale Via dei Tribunali, blieben die Menschen im Fußgängerverkehr stecken. 

    An ungeraden Samstag laufen die Gäste bergab, an geraden Sonntagen bergauf

    „Es war atemberaubend“, berichtet Gennaro Esposito, Vorsitzender des Vereins für städtische Lebensqualität. „Die Leute kamen nicht mehr aus ihren Häusern raus, ich selbst bin weder zur Haustüre rausgekommen und später auch nicht wieder rein“, schimpft der Neapolitaner. Er fordert mehr Polizei und Sicherheitsvorkehrungen. Immerhin: Die Polizei leitet nun den Verkehr in der Krippen-Gasse. An ungeraden Samstagen geht es nur in die eine Richtung, bergab, an den geraden Samstagen bis Weihnachten bergauf. 

    Ein ähnliches Phänomen ist derzeit auch in Verona zu beobachten, der Stadt von Romeo und Julia. Dem Veroneser Paar und ihrer tragischen, von William Shakespeare berühmt gemachten Liebesgeschichte, hat die Stadt mit der „Casa di Giulietta“ ein Denkmal gesetzt. Besucher können an jenem imaginären Ort das Schlafzimmer der Liebenden sowie im Innenhof den Balkon besichtigen, von dem Julia ihren Romeo angeseufzt haben soll. Die meisten lassen sich auch den zweifelhaften Brauch nicht entgehen, die Brüste einer bronzenen Julia-Statue im Innenhof zu begrapschen. Das bringe Glück.

    Besucher drängen sich in der "Calle de la Madoneta", eine der engen Gassen in Venedig.
    Besucher drängen sich in der "Calle de la Madoneta", eine der engen Gassen in Venedig. Foto: Christoph Sator, dpa

    Das Giulietta-Haus, obwohl erst 1938 eingerichtet und alles andere als historisch verbürgt, ist eine der größten Attraktionen der Stadt. Zuletzt war das Gedränge so groß, dass in der anliegenden Via Cappello gar nichts mehr ging. Die Menschen schubsten sich, pöbelten einander an und vergaßen für einen Moment die tiefe Botschaft ewiger Liebe. Die Konsequenz: Seit 6. Dezember lässt die Stadt nicht nur den Zugang regulieren, sondern verlangt provisorisch auch zwölf Euro Eintritt für Haus und Hof. Reservieren ist obligatorisch, nur noch 100 Personen werden gleichzeitig in das Museum gelassen. Die Anti-Drängel-Maßnahme gilt noch bis 6. Januar.

    Neapel und Verona sind nicht die einzigen Städte, in denen der Rummel die Innenstadt verändert. Wie jetzt bekannt wurde, müssen sich Passagiere von Kreuzfahrtschiffen in der ligurischen Hafenstadt Genua ab Juni 2026 auf eine Gebühr in Höhe von drei Euro einstellen. Dabei handelt es sich explizit nicht um eine „Drängel-Gebühr“. Der Beitrag, den die Schifffahrtsunternehmen pro Passagier bezahlen müssen, gilt nur für diejenigen, die von Genua aus auf Kreuzfahrt gehen. Die Stadtverwaltung erklärte: Da es sich um Tausende Menschen handelt, die die Infrastruktur der Stadt in Anspruch nehmen, sollen sie sich künftig auch an den Kosten beteiligen.

    Und Venedig, Italiens ikonische Drängel-Stadt? 2024 führte die Stadtverwaltung hier probeweise an 29 Tagen in Frühjahr und Sommer eine Eintrittsgebühr ein. 2025 weitete sie die Maßnahme auf 54 Tage aus, 2026 kommen noch einmal vier Tage zusätzlich dazu, an denen Tagesurlauber an Wochenenden mit fünf bis zehn Euro je nach Zeitpunkt der Buchung zur Kasse gebeten werden. 2025 nahm die Stadt so 5,5 Millionen Euro ein. Der angekündigte Rückgang der Besucherzahlen ist bisher allerdings nicht eingetreten.

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