Es müssen doch nicht immer die „Jungbäuerinnen von der Alm“ sein. Oder – obacht, heiß: „Die stärksten Feuerwehr-Oberbrandmeister aus der Oberpfalz“. Bebilderte Jahreskalender gibt es heute für jedes Interessengebiet. In Rom, rund um den Vatikan, findet sich am Kiosk sogar der „Kalender der schönen Priester“. Begehrt ist dieser angeblich nicht nur unter Katholiken, denn: So schön kann Glaube sein. Jeden Monat blickt da ein neuer, junger Pfarrer in die Kamera, vom Geist erfüllt und mit weißem Kragen beglaubigt. Dabei schauen diese Männer, als wollten sie den Betrachter direkt ins Beichtgespräch ziehen.
Jetzt aber legte eines der Models selbst Beichte ab: Der heute 39-jährige Giovanni Galizia gestand der Zeitung La Repubblica, dass er gar kein Geistlicher ist. Niemals ein Pfarrer war. Womöglich noch nicht einmal Messdiener. Die Robe zog er sich damals nur an, so gestand es der reuige Sünder, weil ihn der Fotograf so nett darum gebeten habe. Gut 20 Jahre lang hat er dieses Geheimnis in seinem Herzen gehütet.
Auch andere Models waren wohl keine Pfarrer
Nun ist mit dem achten Gebot nicht zu spaßen. Doch der heutige Ausbilder für Flugbegleiter war offenbar nicht der Einzige, der es damit nicht so ganz genau genommen hat. Auch andere Pfarrer-Models waren wohl keine Geistlichen, wie er sagte.
„Gottlos!“, mögen da die enttäuschten Kalenderkunden rufen. Oder sie lassen doch die Kirche im Dorf. Denn verspricht nicht die Bibel auch den Erlass von Sünden? „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz“, heißt es im Buch Samuel. Und was sehen die Käufer des Calendario? Das Kalenderblatt für den Monat Mai.
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